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Öffentliche Verspannung - 08.02.2007

V4.5+

Öffentliche Verspannung Wie wandelbar und diktierfähig doch die öffentliche Meinung ist, das wird einem Tag für Tag mehr bewußt gemacht. Die öffentliche Verspannung schleicht sich geschickt verpackt ins Private, man kann sich ihr sogar nicht entziehen, solange man am Tropf der öffentlichen Meinung hängt. Hängen eher im Sinne der Meinungsabhängigkeit, denn wer gibt schon seine Abhängigkeiten zu, das tun ja nicht mal die die an der öffentlichen Verspannung sehr entspannt verdienen. Aber da sagt man den öffentlichen Abhängigen, jetzt wird alles besser, jetzt entspannt sich die Lage, allenthalben ist der Aufschwung spürbar, man legt sogar noch die Rede von einem Wirtschaftswunder nach. Ein kollektives „Gehet dahin in Frieden“ wird im Geiste darüber gesprochen. Wo findet das statt, wo ist das Land von dem die Rede ist, wo die Menschen abseits der Propagandamaschinerie wirklich entspannt diese Zukunft am Schopfe packen können? Ist es nicht mehr eine Art Inzucht, die sich hinter unseren Öffentlichmachern austobt? So tanzt die Öffentlichkeit bis ins Privateste an den Schnürren einer gemachten Spannung. Spannend, nicht wahr? Wer hält die Spannung aus, wer ist dehnbar, wer hält das Zurückschnalzen der ausgezogenen Meinung aus? Wir sind Teil einer Öffentlichkeit die meint, nicht auszukommen. Meint, wohlgemerkt. Es gibt Fluchtlinien die sogar eine Position der Entscheidung ermöglichen, da gibt es den Knopf der hinter dem „Aus“ steht, da gibt es das Papier auf dem die Meinung stehen sollte, da gibt es den Mund der widersprechen muss, da gibt es die Ruhe vor allen Geräuschmonstern, in der man sich besinnen kann, da gibt es die Umkehr, also die Abkehr von den verbogenen, verschrobenen, in den Sumpf führenden Wegen. Aber, und dort steht dieses „Aber,“ es ist so viel öffentliches Adrenalin in unseren Adern, dass uns zappeln lässt, diesen kalten Entzug zu wagen. Doch wer kennt nicht den Selbstdruck. „Aber wenn alle?“, und wir setzen schön brav selber das „Wenn alle“ in Klammer. Wir sind „Aber-dressiert,“ wir würden schön langsam jede Nachricht hinter der Meinungsmache steht als gebotenes Gesetz annehmen. Diese Macher des Öffentlichen setzen auf unser suggestives Verhalten, so werden wir bis in unser Privatestes gesteuert. Aber was ist mit den Dissidenten in diesem instrumentalisierten Öffentlichkeitszauber? Sie haben sich wie ausgesondert abgesondert zu den nicht relevant Existierenden zu rechnen. Das ist die schamlose Betrachtung, wenn das Private, der Schambereich, der Rückzug, die eigene Kreativität, die Urteilskraft, ja das ultimativ Persönliche einem diffusen globalen „Wir“ oder „Es“ geopfert werden. Da stellt sich doch glatt die Frage, ob diktatorisches Denkvorbereiten heute schon im Gange ist, quasi die Meinungsvorbereitung für eine länderübergreifende Diktatur, die ja erst einmal von übergreifenden Notwendigkeiten reden muss. Da haben wir die nicht mehr abzustreitende öffentliche Verspannung, deren Entspannung sich doch auch wer übergreifend aneignen könnte. Sie glauben das…eventuell nicht, dann sollten Sie auf die Geschichte blicken, da wurden ganze Länder der öffentlich gemachten Meinung geopfert. Die Öffentlichen, das sind die Machtinhaber.