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Atlantis

CUSTOM

[Verse] Unter schwarzem Wasser schläft eine Stadt, wo einst Feuer in den Türmen brannte. Marmor liegt wie Knochen im Sand, Muscheln wachsen durch vergoldete Türen. Man sagt, dort hätten sie Sterne gezählt, ohne ihre Namen zu kennen. Sie bauten Straßen bis an den Horizont und glaubten, nichts könnte sie vom Leben trennen. Doch eines Nachts wurde das Meer ganz still, als hätte selbst der Mond den Atem verloren. Dann kam die Flut über Mauern und Land und nahm sich zurück, was aus Menschenhand geboren. [Chorus] Atlantis, irgendwo unter uns liegen die Träume einer verlorenen Welt. Atlantis, wo das letzte Licht durch zerbrochene Fenster ins Dunkel fällt. Wo einmal Himmel war, ist nur noch Meer, was einmal für immer schien, ist lange her. Ein Name, der bleibt, ein letzter Blick, eine Welt, die versank, Stück für Stück. Und wenn die Nacht auch viele Geschichten vergisst: Atlantis Atlantis vergisst sie nicht. [Verse] Wir bauen heute neue Türme aus Glas, tragen das Morgen in unseren Händen. Wir vermessen die Erde, wir teilen die Zeit und glauben, wir können den Lauf der Welt noch wenden. Wir werfen Lichter bis weit über die Stadt, bis selbst unsere Sterne darin verschwunden sind. Wir haben gelernt, immer höher zu gehen und vergessen, dass wir an unsere Fundamente gebunden sind. Und unter den Straßen, tief in der Nacht, arbeitet der Zahn der Zeit an den Steinen. Keiner achtet darauf, wenn der Boden sich auftut weil wir zu beschäftigt sind, als Krone der Schöpfung zu erscheinen. [Chorus] Atlantis, vielleicht sind wir schon dort, wo man die Risse im Gold nicht mehr sieht. Atlantis, wir reden von Fortschritt, während man die Schwächsten mit Füßen tritt. Wir tragen die Krone, doch kennen kein Maß, wir füllen die Hände und verlieren den Halt. Und irgendwann fragt uns die kommende Zeit, ob all unser Haben etwas bedeutet hat - Atlantis. Wenn alles, was glänzt, in den Wellen versinkt, ist es vielleicht irgendwann unsere Stimme, die hilfeschreiend verklingt. Atlantis, Atlantis. [Verse] Atlantis war niemals nur ein Ort, sondern auch das, was zwischen Menschen entsteht. Vertrauen, Zuversicht, stützende Hände im Dunkeln, ein Versprechen, das irgendwann untergeht. Wir wollen ein Zuhause für immer erschaffen, doch ohne Menschlichkeit wird man das niemals schaffen. Wir machen immer dieselben Fehler und reagieren erst, wenn im Fundament die Risse schon klaffen. Vieles, was zerstört wird, endet nicht mit einem Knall. Das meiste zerbricht ganz leise, im Stillen, ein ums andere Mal. Wir ziehen Grenzen, denn sie geben vermeintlich Halt, doch sie schotten uns auch ab und machen Herzen kalt. [Bridge] Untergehen ist nicht immer ein Ende. Manchmal muss erst etwas versinken, damit etwas Neues beginnt. Vielleicht finden wir zwischen den Trümmern irgendwann den Mut zu sehen, wer wir einmal gewesen sind. Keine verlorene Welt bleibt verloren, solange noch jemand ihre Geschichte kennt. Und vielleicht erschaffen wir aus unseren Fehlern einen Weg, der uns nicht zurück ins Dunkle lenkt. [Final-Chorus] Atlantis, ist nicht nur der Untergang, sondern auch die Hand, die neu beginnt. Atlantis, was tief in der Vergangenheit versank, kann wieder auftauchen, wenn wir ehrlich zueinander sind. Wir können aus Ruinen etwas Neues erbauen und auf eine bessere Zukunft vertrauen. Atlantis, Atlantis gab es schon viele im Laufe der Zeit. Aus manchen haben wir gelernt, andere wurden nur Vergangenheit. Doch solange wir noch wählen können,  haben wir es selbst in der Hand,  etwas zu erschaffen mit Herz und Verstand Eines gilt aber immerzu: Atlantis, Atlantis, wir können anders sein als du. [Outro] Vielleicht liegt unter dem Meer tatsächlich eine Stadt, still begraben unter tausenden Jahren. Doch das Meer ist kein Grab, sondern nur ein Spiegel aus Zeit. Dort unten wartet nichts auf uns außer einer Mahnung an die Menschlichkeit. Atlantis ... tief unter dem Blau ... Atlantis ... im Laufe der Zeit ... Atlantis in dir und mir ... Atlantis ... Atlantis sind wir ... Atlantis ...