
Im Glanz der Dinge lernte ich mich selbst zu machen. Rheinland, leere Kasse, doch ein Blick wie frisch poliert. Vom Vater blieb die Scheinwelt, ich hab sie studiert. Nicht Kraft, nicht Pflicht — ich hielt mich an die Maske, an das Maß, und sagte der Rekrutierung: nein, danke, nicht für mich, nicht das. Ich bin Felix Krull, und die Welt ist mein Parkett. Ich nehm' jede Rolle — und geb' sie nicht mehr her. Nicht Besitz, nur Wirkung, nicht Tat, nur Stil im Licht, ich bin, was ich erscheine — und anders bin ich nicht. Ich bin Felix Krull. Und das ist schon genug. Im Hotel, im Spiegelverkehr, las ich Gesichter wie Schrift. Ein Lächeln, ein Neigen, ein Wort — und die Ordnung geriet ins Gift. Man glaubte mir leicht, weil ich leicht war, geschniegelt, geläufig, genau; ich nahm die Rolle an mich — und die Rolle nahm mich kaum. „Der Schein, der Schein…“ Ein Künstler der Oberfläche, mit höfischer List. Ich brach nie die Maske — ich verbesserte nur das Lächeln. Ich bin Felix Krull, und die Welt ist mein Parkett! Ich nehm' jede Rolle — und geb' sie nicht mehr her! Nicht Besitz, nur Wirkung, nicht Tat, nur Stil im Licht! Ich bin, was ich erscheine — und anders bin ich nicht! Ich bin Felix Krull. Und das ist schon genug. Felix Krull — ein Name wie heller Betrug. Im Wechsel der Masken genug.

