Der Winter kam ins Land Und Schnee fiel in der Nacht Ein Reiter kam aus Rohan Zu sehen, wer noch wacht Er kam zu ihrem Haus Und klopfte an das Tor Er rief nach seiner Liebsten Wie oft schon einst zuvor Mein Liebster steht im Schnee Und wartet vor der Tür Doch Vater hält die Wache Und lässt ihn nicht zu mir Ich hör sein leises Klopfen Ich hör ihn draußen stehn Doch darf ich nicht hinausgehn Ich darf ihn nicht mehr sehn Geh nicht fort, mein Liebster Bleib noch eine Weile hier Der Winter ist so bitter Und ich wär so gern bei dir Doch Vater hält die Wacht Und lässt dich nicht herein So muss ich hinter Mauern sein Und du bleibst im Schnee allein Er sprach: Ich werd noch warten Bis Vater schlafen geht Vielleicht wird sich am Morgen Mein Glück noch zu mir drehn Doch Vater ging zum Hofe Und öffnete das Tor Ich hörte seine Stimme Dann war es plötzlich still Geh nicht fort, mein Liebster Bleib noch eine Weile hier Der Winter ist so bitter Und ich wär so gern bei dir Doch Vater hält die Wacht Und lässt dich nicht herein So muss ich hinter Mauern sein Und du bleibst im Schnee allein Die Nacht verging so langsam Kein Klopfen war mehr da Kein Wort kam durch die Türe Kein Schritt war mehr zu hören Ich wusste nicht, was draußen Im kalten Hof geschah Ich wusste nur, dass plötzlich Sein Lied verstummt war Am Morgen lag viel Schnee Vor unserem alten Haus Ich trat hinaus und sah ihn Dort neben unserm Tor Sein Blut lag auf dem Schnee Sein Mantel war zerrissen Und neben ihm im Boden Lag Vaters altes Schwert


