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Die kleinen Lücken stiller Tage

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V6

[Intro – Instrumental. A solitary vielle, answered by nyckelharpa and a deeply melancholic cello.] Strophe 1 Ein Dank blieb zwischen Tür und Angel liegen, ein Wort des Trostes wurde spät vertagt. Wie schwer die kleinen Dinge wiegen, zeigt sich, wenn niemand danach mehr fragt. Strophe 2 Die Höflichkeit kann vieles überdecken, was unausgesprochen zwischen Menschen steht. Versäumte Gesten können Zweifel wecken, bis selbst Vertrautes unbemerkt vergeht. Refrain Nicht jedes Fehlen findet Klage, nicht jede Schuld wird eingestehn. Die kleinen Lücken stiller Tage sind oft am schwersten anzusehn. Strophe 3 Ein Blick vermag um Beistand noch zu bitten, wenn jedes Wort zu schwer zu werden droht. Doch achtlos wird an ihm vorbeigeschritten, als wäre Schweigen frei von jeder Not. Strophe 4 Die Gründe für das Schweigen reichen von Rücksicht bis zu Ungeduld. Doch wo die kleinen Gesten weichen, entsteht ganz ohne Absicht Schuld. Refrain Nicht jedes Fehlen findet Klage, nicht jede Schuld wird eingestehn. Die kleinen Lücken stiller Tage sind oft am schwersten anzusehn. Strophe 5 Das Versäumte lässt sich lange übersehen, kein offner Vorwurf kündigt es noch an. Doch manches muss erst ganz verloren gehen, bevor sein Wert begriffen werden kann. Strophe 6 Nur selten lässt sich später geben, was einmal selbstverständlich schien. Das Unscheinbare trägt das Leben, bis seine stillen Kräfte fliehn. [Schlussrefrain] Nicht jedes Fehlen findet Klage, nicht jede Schuld wird eingestehn. Die kleinen Lücken stiller Tage sind oft am schwersten anzusehn. [Outro – Instrumental. The complete refrain melody returns on vielle and cello, gradually dissolving into a fragile unresolved harmony. No vocals.]