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Sonderangebot der Sehnsucht

V5.5

[Intro] [Rhythmisches Piepen eines Kassen-Scanners im Takt [sad 80 Synthesizer] [Verse 1] Samstagmittag im Kaufhauslicht, die Zeit verging, doch ich sah nur Dich. Zwischen Obst und Gemüse, zwischen Alltag und Lärm, standst du bei den Kräutern und mir wurde warm. Ich malte Zukunft auf Kassenbon-Papier, ein kleines Wir aus einem flüchtigen Hier. Doch während ich noch von Morgen sprach, nahm ein anderer längst Maß. [Pre-Chorus] Und niemand merkte, was geschah, weil Diebe selten Masken tragen. [Chorus] Am Gemüsestand stahl jemand einen Kohl, mit einem Grinsen, aalglatt und geschniegelt wohl. Und ich wusste plötzlich, was mir fehlt, weil derselbe Typ auch dich für sich gewählt. Er nahm den Kohl und er nahm mein Glück, hinterließ leere Regale und warf keinen Blick zurück. So stand ich da zwischen Lauch und Sellerie, und begriff zu spät: Zu mir gehörtest du nie. [Verse 2] Er hatte Worte wie Sonderangebote, versprach den Himmel und verkaufte nur alte Brote. Jeder Satz saß glatt wie ein Maßanzug, während ich noch glaubte, Ehrlichkeit sei genug. Du lachtest über seine kleinen Tricks, ich übersah die Zeichen des Augenblicks. Und als ihr gemeinsam zum Ausgang zogt, in meinem Kopf das Gedankenmeer tobt. [Pre-Chorus] Der Ladendetektiv sah nur den Kohl, doch meinen Verlust bemerkte keiner wohl. [Chorus] Am Gemüsestand stahl jemand einen Kohl, mit einer Dreistigkeit, fast kunstvoll. Und während alle auf die Ware seh'n, musste ich zusehen, wie meine Träume vergeh'n. Er nahm den Kohl und er nahm mein Glück, hinterließ leere Regale und warf keinen Blick zurück. So stand ich da zwischen Lauch und Sellerie, und begriff zu spät: Zu mir gehörtest du nie. [Bridge] [Die Musik wird schwebend, fast wie Warteschleifen-Musik] Zu Hause versank ich in Vanilleeis, und drehte mit meinen Gedanken endlos im Kreis. Zuckerstreusel fielen als kleiner Trost, doch sie schmeckten bitter und nach Verlust. Löffel für Löffel wurde die Schachtel leer, doch in meiner Brust wog mein Herz tonnenschwer. Und ich fragte die Nacht, was Liebe wohl ist: Wenn die Wahrheit verliert gegen Lüge und List. [Chorus] Am Gemüsestand stahl jemand einen Kohl, doch das Gemüse war nur ein Symbol. Der wahre Diebstahl geschah nebenbei, als er dein Herz bekam und meins brach entzwei. Jetzt denke ich manchmal an diesen Tag, an Neonlicht und Magerquark. Und wenn ich heute am Gemüsestand steh', weiß ich, dass manche Verluste viel tiefer geh'n. [Outro] Der Kohl ist längst gegessen, das Kaufhaus längst geschlossen, [Treibender Beat fadet langsam aus] manche Diebe werden erwischt, und ich frage mich bis heute, wie leicht man jemanden vergisst.