
Faust I – Teil 21 Das Gartenhäuschen [Verse 1] Versteckt im Grün, vom Duft umweht, ein kleines Häuschen einsam steht. Die Welt bleibt draußen, leis und fern, nur Herz an Herz, so nah, so gern. Die Blätter tanzen sanft im Wind, als wüssten sie, was Liebe bringt. Kein lauter Klang, kein großer Schwur, nur zwei, vereint in einer Spur. ⸻ [Verse 2] Sie hebt den Blick und lächelt still, als fragte sie, was werden will. Ich suche Worte, finde kaum, nur ihren Namen wie im Traum. Die Zeit verliert ihr festes Maß, kein Gestern mehr, kein Morgen war’s. Nur dieser eine Augenblick trägt unser beider Lebensglück. ⸻ [Pre-Chorus] Ein Herz erkennt das andere leis’, ganz ohne Eid und ohne Preis. Wo Vertrauen Wurzeln schlägt, wird jedes Schweigen zum Gebet. ⸻ [Chorus] Bleib noch einen kleinen Moment, bis der Abend uns beim Namen nennt. Lass die Welt vorüberzieh’n, nur wir zwei müssen sie nicht seh’n. Kein Königreich, kein Gold der Welt ist mehr als dieser Augenblick, der zählt. Wenn Liebe still die Seele rührt, vergisst man, wohin der Weg einst führt. ⸻ [Verse 3] Ein leiser Kuss, kaum wahrgenommen, und doch ist nichts wie einst gekommen. Zwei Hände finden sich ganz sacht, als hätte Hoffnung sie bewacht. Doch fern im Schatten, ungeseh’n, bleibt Mephisto ruhig steh’n. Er weiß, dass jedes helle Licht auch einen langen Schatten bricht. ⸻ [Bridge] Wie zerbrechlich ist das Glück, es lebt von jedem Augenblick. Man hält es fest mit offener Hand, doch niemals ganz, niemals gebannt. Die schönsten Stunden dieser Zeit tragen schon Vergänglichkeit. Gerade weil sie kostbar sind, verweht sie oft der nächste Wind. ⸻ [Final Chorus] Bleib noch einen kleinen Moment, bis der Himmel uns beide kennt. Lass die Sterne Zeugen sein, dieser Liebe, still und rein. Doch tief im Klang der Sommernacht liegt eine kaum gehörte Macht. Denn jedes Herz, das offen liebt, ist auch verletzlich, wenn es gibt. ⸻ [Outro] Das Gartenhaus bleibt still zurück, bewahrt den Duft von diesem Glück. Zwei Herzen gehen Hand in Hand – noch ahnungslos dem nächsten Rand.

