Song Cover Image

Die Dinge ohne Namen

Die Dinge ohne Namen Strophe 1 Es war Mittwoch oder Montag, jedenfalls schon dunkel draußen. In der Küche stand das Licht schief auf den Tellern und den Pausen. Du saßt da, als wärst du müde, aber schöner als der Rest. Und ich dachte, dass man Liebe viel zu gern beim Namen nennt. Strophe 2 Unten fuhr die letzte Straßenbahn, als wüsste sie, wohin mit sich. An der Scheibe hing der Regen wie eine schlechte Nachricht. Du hast nichts Großes mehr gesagt, nur meinen Ärmel angefasst. Und ich hab so getan, als wüsste ich, wie man sowas bleiben lässt. Refrain Vielleicht wär alles leichter ohne Namen, ohne Licht. Ohne das ewige Erklären, warum man bleibt und warum nicht. Vielleicht sind alle großen Dinge nur für einen Augenblick. Und wenn ich dich dann anseh, kommt was Verlorenes zurück. Strophe 3 Ich hab eine Menge Dinge aufgehoben, die längst keiner mehr vermisst: Fahrkarten, Blicke, kalte Sommer, alles, was verschwunden ist. Auch die Angst, zu wenig zu lieben, und die Angst, es ist zu viel und dass am Ende von den beiden keiner weiß, was er eigentlich will. Strophe 4 Das Meer kennt seinen Namen nicht, und der Wind pfeift einfach los. Nur wir stehen in den Zimmern rum und tun damit so schrecklich groß. Dabei warst du in diesem Moment, als du barfuß vor mir standst, mehr Wahrheit als die ganzen Wörter, mit denen du mich sonst fandst. Refrain Vielleicht wär alles leichter ohne Namen, ohne Licht. Ohne das ewige Erklären, warum man bleibt und warum nicht. Vielleicht sind alle großen Dinge nur für einen Augenblick. Und wenn ich dich dann anseh, kommt was Verlorenes zurück. Bridge Und alles, was ich mal verloren hab, stand plötzlich still im Raum: die Wolken, die ich festhalten wollte, die Küsse und der Schaum. Nichts davon war wirklich weg, es hatte sich nur gut versteckt in deinen Schultern, in deinem Lachen, in dem, was einen kurz erschreckt. Letzter Refrain Vielleicht wär alles leichter ohne Namen, ohne Zeit. Ohne dieses kleine Messer, das in der Sprache immer bleibt. Doch wenn du jetzt zur Tür rausgehst, nehm ich immerhin noch mit: Dass selbst das, was längst verschwunden ist, nicht ganz verschwindet. Nicht mit dir.