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Der letzte Tanz am Graben

V5

(1-2-3, 1-2-3) Die Fiakerpferdl schlafen scho beim Stephansdom, und der Wind blast die Blattln durch’s leere Metronom. Die Stadt hat die Schminke scho längst abag’wischt, in der Seit’ngass’n wird grad der letzte Wein auf’tischt. Du stehst da im Regen, den Kragen weit auf, und die Sorgen nehm’ wieder den üblichen Lauf. Der Ober im Cafe schaut scho bös auf die Uhr, von der alten Gemütlichkeit fehlt jede Spur. Die Welt is so laut und wir san so still, weil kana mehr weiß, was er eigentlich will. Doch bevor wir jetzt gehen und jeder wird matt, drah’n wir noch a Runde durch unsa alte Stadt. Und mir drah’n uns im Kreis, im Walzertakt-Schritt, die ganze Stadt tanzt ganz hamlich leise mit. Zwischen Hochmut und Abgrund, am seidenen Faden, is des unsa letzter Tanz heut’ am Graben. Des Herz klopft im Dreiviertel, des Hirn is scho leer, aber Wien ohne Di – des is gar ka Wien mehr. In der Hofburg, da drunt’, brennt noch irgendwo Licht, vielleicht schreibt a Kaiser a neich’s Bitt-Gedicht. Wir san kane Helden, wir san nur Statisten, in ana Welt voller Neider und Karrieristen. Doch solang wir uns halten, solang mir uns spür’n, kann uns diese Stadt noch net ganz g’scheit verlier’n. Und mir drah’n uns im Kreis, im Walzertakt-Schritt, die ganze Stadt tanzt ganz hamlich leise mit. Zwischen Hochmut und Abgrund, am seidenen Faden, is des unsa letzter Tanz heut’ am Graben. Des Herz klopft im Dreiviertel, des Hirn is scho leer, aber Wien ohne Di – des is gar ka Wien mehr. Manchmal is das Leben a bisserl zu schwer, dann braucht ma den Takt und a bisserl an Schmäh. Und mir drah’n uns im Kreis, im Walzertakt-Schritt, die ganze Stadt tanzt ganz hamlich leise mit. Zwischen Hochmut und Abgrund, am seidenen Faden, is des unsa letzter Tanz heut’ am Graben. Des Herz klopft im Dreiviertel, des Hirn is scho leer, aber Wien ohne Di... na, Wien ohne Di... Des is gar ka Wien mehr. Die Laternen verlöschen, der Tag kommt scho her. One... two... three... Die Laternen verlöschen.