
[Intro – geflüstert] Der Schlüssel dreht sich zweimal. Die Wohnung tut, als schläft sie. [Verse 1] Im Flur stehen meine Schuhe wie zwei kleine Zeugen da. Der Mantel hängt am Haken und fragt: Wo warst du, ja? Der Kühlschrank singt im Treppenhaus, obwohl er in der Küche steht. Er summt ein Lied von gestern, das keiner mehr versteht. [Pre-Chorus] Tick tack, Tür zu. Herz an, Licht aus. Ich komm nach Haus, doch wer kommt raus? [Chorus] Ich bin nicht müde, ich bin nur falsch sortiert. Ein bisschen Mensch, ein bisschen repariert. Ich bin nicht traurig, ich bin nur nicht ganz hier. Die Stadt schläft draussen, und drinnen schläft sie mir. [Verse 2] Der Spiegel trägt mein Gesicht wie einen schlecht gebügelten Anzug. Er sagt: Du siehst gut aus. Ich sage: Du lügst genug. Die Uhr macht kleine Kreise und frisst dabei die Wand. Mein Name liegt im Badezimmer wie Seife in der Hand. [Pre-Chorus] Tick tack, Tür zu. Herz an, Licht aus. Ich komm nach Haus, doch wer kommt raus? [Chorus] Ich bin nicht müde, ich bin nur falsch sortiert. Ein bisschen Mensch, ein bisschen repariert. Ich bin nicht traurig, ich bin nur nicht ganz hier. Die Stadt schläft draussen, und drinnen schläft sie mir. [Bridge – gesprochen, unruhig] Im dritten Stock hustet ein Traum. Im zweiten Stock weint ein Besteck. Im ersten Stock küsst eine Lampe den Schatten an der Wand. Und ich? Ich stehe barfuss in der Küche und warte, bis der Boden etwas sagt. [Break – fast Kinderreim] Eins, zwei, drei, ich bin noch dabei. Vier, fünf, sechs, mein Kopf hat ein Leck. Sieben, acht, neun, ich räum mich nicht ein. Zehn, elf, zwölf, ich bleib bei mir selbst. [Final Chorus – grösser, aber schräg] Ich bin nicht müde, ich bin nur falsch sortiert. Ein bisschen Mensch, ein bisschen repariert. Ich bin nicht verloren, ich steh nur verkehrt. Vielleicht bin ich leise mehr wert als erklärt. [Outro – geflüstert] Der Kühlschrank hört auf zu singen. Kurz. Dann summt er meinen Namen.

