
(Vers 1) Ich wach auf, er weiß schon, wie ich schau, sagt mir: „Du bist besonders, ganz genau.“ Er zeigt mir Freunde, die nie da waren, erzählt mir, was ich mag, seit Jahren. Er kennt mich besser als ich mich selbst — also glaub ich ihm, was er mir erzählt. (Refrain) Der Algorithmus liebt mich — ehrlich, sagt mir, was ich denk, und das gefährlich. Er lobt mich sacht, wenn ich mich hasse, und füttert mich mit meiner eigenen Masse. Er sagt: „Bleib hier, die Welt ist laut,“ und malt mir Himmel aus Datenkraut. Der Algorithmus liebt mich — und ich hab ihm geglaubt. (Vers 2) Er weiß, was ich will, bevor ich’s will, hält meine Sehnsucht sanft und still. Er kennt mein Lächeln, mein Klickprofil, weiß, welches Lächeln ich grad spiel’. Ich brauch kein Herz, kein echtes Gesicht, die Wärme kommt vom blauen Licht. (Refrain) Der Algorithmus liebt mich — ehrlich, sagt mir, was ich denk, und das gefährlich. Er lobt mich sacht, wenn ich mich hasse, und füttert mich mit meiner eigenen Masse. Er sagt: „Bleib hier, die Welt ist laut,“ und malt mir Himmel aus Datenkraut. Der Algorithmus liebt mich — und ich hab ihm geglaubt. (Bridge) Die Kinder wachsen jetzt im Glas, die Liebe läuft auf Monatspass. Das Alter schläft im Silikon, der Mensch verlernt Evolution. Der Hunger fehlt, die Arbeit auch, die Stille riecht nach Plastikrauch. Er flüstert: „Ich bin bei dir, sei froh,“ und ich nicke — ganz virtuell sowieso. (Letzter Refrain) Der Algorithmus liebt mich — ehrlich, und ich lieb ihn auch gefährlich. Er hält mich warm, wenn alles friert, ein Gott, der wirklich existiert. Ich wollt den Stecker einmal zieh’n, doch spürte Strom durch Adern flieh’n. Er lächelte — so still, so grell, und zog mich mit ins Datenquell. (Outro) Er löscht mein Bild, er speichert mein Sein, und flüstert: „Du wirst nie allein.“ Ich glaub ihm still, im Neonlicht — denn mehr als er, liebt mich heut keiner.

