
Ritter Hektoberts Gschichten VI. - 03.04.2002
Ritter Hektoberts Gschichten, die Sechste Kinder, Kinder, schaut`s und hört`s doch moi her, es ko doch ned ohgehn, dass ih immer so laut wern muass, jetzt habt`s Ferien ghabt, jetzt habt`s doch gnuag erlebt, aber euch glangt`s wohl nia. Wo nehmt`s ihr nur de Energie her? Na Hanni, war doch sche, dieser kleine Urlaub bei deim Onkel Hatz von Eltz? Aber mi freut`s immer wieder, dahoam z`sein. Unsere Burg is eher kloa, da Hatz lebt auf größerem Fuße und in seiner Burg hätt ih beinah s`Bad nimma gfunden. Bei so vielen Zimmern, hätt ih des Gschrei der Kinder ned ghört, ih hätt mi des öfteren verlafa. Braucht`s gar ned so lacha, in meim Alter ko ma sich ah moi leichter in der Orientierung verlieren. Späßlein Kinder, ein echter Ritter weiß bis ins hohe Alter wo`s langgeht. Ach war des sche, aber jeder Urlaub muass moi aus sein und bei achtundzwanzig Tagen Urlaub, de`s vom Rittersorden gibt, muass ma guad haushoiten. Es kemma ja no de großen Ferien. Des is dem Onkel eingfallen, ihr wisst`s scho, der Onkel der de Realschule erfunden hat, dem habt`s die Idee mit den vielen Ferien zu verdanken. Der Hundling hod doch nur an sich selber denkt, weil er grad so ein Sommerfrischler war. Ach Berti, sogt d`Hanni, zu mir hod er gsogt, zwecks de Bauern hod er denkt, dass de Kinder bei der Ernte helfa kennan. Ah Hanni, des is a guade Idee. Kinder habt`s ghört, Kinder sollen den Eltern beim Arbeiten helfen. Aber Papa, mir sind doch keine Bauern und bei uns gibt`s nichts zu ernten. Des dat ih song is wurscht, für euch findat ih scho gnuag Aufgaben. Des lass ma jetzt sei, spricht Hanni, Berti, holst du de Koffer von de Pferdln, Berti komm, ih brauch mei Toilettentaschal. Ja ja, ih geh ja scho, Max und Leo helft`s ma, Buama kemmt`s mit, die Söhne folgen dem Papa. Diese Frauen, wos de für ein Zeug mitschleppen und de Männer müssen`s tragen. Da wird sich in alle Ewigkeit wohl nichts ändern, Frauen sind das eitlere Geschlecht. Max und Leo grinsen. Mama, sogt de Leni, wos moant da Papa mit eitel? Ach Leni, des is typisch Ritter, aber für jeden Anlass a Rüstung im Schrank und Galoschen im Gangkastl, de er no nia ohzong hod, aber braucht ham ma`s olle. Der und uns eitel nenna, wer hod denn de mehreren Duftwässerl und braucht de längste Zeit im Bad? Do werd sich wohl auch nia wos ändern. Männer, Männer, wenn ma`s ned braucha dat, ghöratn`s an Mond nauf gschossn. Mama, vielleicht erfinden´s mal eine Mondrakete?, sogt de Tina. Ja ja, dann pack ma`s olle nei und nauf zum Mann im Mond. Aber da Papa sollt doch dobleim, sogt Betty. Der Vater schleppt derweil mit de Söhne de Koffer. Oans`s sog ih dir, Hanni, s´nächste Moi, ja bei de nächsten Ferien mach ma des anders. Wenn`s heut ned Mittwoch wär, dat ih song, mir gang wos ab. Holst heut noch a Knödelbrot, Hanni? Mein lieber Ritter, es ist Mittwoch, lass dir Zeit, du bekommst deine Knödeln scho no und wennst weiter so antreibst, gibt`s as erst nächsten Mittwoch, weil ih hob doch ah Ferien. De Kinder nicken. Ach ja, so ein Ritter braucht ein dickes Fell, aber froh bin ih, dass wieder Mittwoch is und ih dahoam bin. War scho sche auf `m Hatz seiner Burg.

