
„Wer hört noch hin?“ --- [Vers 1 – ruhig, nur Klavier und Stimme] C Da sitzt sie am Fenster, G zählt das Kleingeld in der Hand, Am die Rente reicht nicht bis zum Ende, F die Hoffnung ist längst abgebrannt. C Ein Leben lang gearbeitet, G gepflegt, gebaut, getragen, Am doch jetzt bleibt nur das Warten F und die Angst vor neuen Tagen. C Ihr Blick geht über graue Straßen, G wo Menschen eilen, ohne Gruß, Am niemand sieht die leisen Fragen, F niemand sagt: „Ich weiß, wie’s dir geht.“ --- [Pre-Refrain – leise, eindringlich] Dm Und irgendwo, ganz tief in ihr, Am brennt ein Rest aus alter Glut, F ein kleiner Funke, der noch flüstert: G „Irgendwann wird alles gut.“ --- [Refrain – getragen, warm und traurig zugleich] F Doch wer hört noch hin, C wenn die Leisen reden? G Wer reicht die Hand, Am wenn man sie kaum mehr sieht? F Dieses Land hat vergessen, C was es heißt, zu verstehen, G es zählt die Zahlen, Am doch nicht mehr, was vergeht. --- [Vers 2 – sanfte Gitarre kommt dazu] C Ein Junge sucht nach Resten, G hinterm Supermarkt bei Nacht, Am er sagt, er hätt’ gelernt zu teilen, F auch wenn’s kaum was zu teilen gab. C Seine Mutter zählt die Tage, G bis das Geld vom Amt mal kommt, Am er schreibt im Schulheft leise Träume, F doch die sind selten fromm. C Er malt die Sonne in den Himmel, G obwohl’s in seinem Zimmer schneit, Am und irgendwo, ganz tief im Innern, F weiß er: Liebe macht auch satt. --- [Pre-Refrain – kindlich, zart, verletzlich] Dm Er hört Musik im Kopf, Am weil sie ihm Flügel schenkt, F und fragt die Welt da draußen: G „Warum hat man mich vergessen?“ --- [Refrain – etwas kräftiger, Streicher im Hintergrund] F Wer hört noch hin, C wenn die Schwachen flüstern? G Wer steht noch auf, Am wenn keiner mehr versteht? F Dieses Land ist laut geworden, C und doch so taub zugleich, G es spricht von Freiheit, Am doch schaut nicht mehr zurück. --- [Bridge 1 – nur Piano, fast gebrochen gesungen] Am Da ist die Frau im Bus, F mit den Tüten voller Pfand, C sie lächelt, weil sie weiß, G dass Stolz nichts zu essen bringt. Am Und da das Kind am Fenster, F das von Sommerträumen singt, C obwohl der Winter G schon vor seiner Tür steht. --- [Vers 3 – Band setzt sanft ein, Hoffnungsschimmer] C Vielleicht ist das, was fehlt, G nicht Geld, nicht Glanz, nicht Macht, Am vielleicht nur ein Ohr, F das wieder leise Worte hört. C Vielleicht ist Menschsein, G nicht mehr und nicht weniger, Am als sich zu sehen F und nicht wegzusehen. --- [Pre-Refrain – hell, hoffnungsvoll] Dm Denn irgendwo beginnt es, Am mit einem Blick, mit einem Wort, F mit einer Hand, G die sagt: „Ich bleib bei dir.“ --- [Refrain – groß, voller Gefühl, mit Chor & Streichern] F Wer hört noch hin, C wenn die Alten weinen? G Wer fragt noch nach, Am was hinter Mauern steht? F Dieses Land ist müde, C doch die Hoffnung lebt, G in jedem Blick, Am der einem anderen begegnet. --- [Bridge 2 – emotionaler Höhepunkt, mit Cello und Chor] Dm Und wenn die Stille schreit, Am dann hör ihr zu, F sie ruft nach Herz, G nach Liebe, nach Mut. Dm Wir bauen Mauern aus Sorgen, Am doch vergessen das Licht, F das durch Risse fällt – G und uns an morgen erinnert. --- [Vers 4 – ruhig, ehrlicher Sprechgesang möglich] C Ich seh sie alle, die Gesichter im Schatten, G die Alten im Park, die Kinder, die warten, Am die Hände, die zittern, die Blicke, die fliehn, F die Geschichten, die niemand mehr liest. C Und ich frag mich: Wann fangen wir an, G einander wieder zuzuhören? Am Nicht zu urteilen, F nur zu verstehen. --- [Finaler Refrain – langsam, ehrlich, hoffnungsvoll] F Wer hört noch hin, C wenn die Welt verstummt? G Wer sieht die Tränen, Am wenn der Regen fällt? F Dieses Land hat vergessen, C wie Mitgefühl klingt, G doch irgendwo singt ein Lied, Am das uns zurückbringt. --- [Outro – still, wie ein Gebet] C – Am – F – G – C Vielleicht beginnt alles neu, mit einem Wort, mit einem Lächeln, mit einem Ohr. Wer hört noch hin? Vielleicht du.

