
Er sitzt da, wo niemand lange bleibt, Auf kaltem Holz, das die Jahre beschreibt. Die Stadt zieht an ihm vorbei wie ein Strom, Gesichter wie Schatten, doch er bleibt davon verschont. Die Tauben kennen ihn beim Namen, Ein alter Mantel, zerfranst an den Nähten. Kein Wort auf den Lippen, doch Augen wie Glas – Er sieht Dinge, die keiner je sah. Er ist der Mann auf der Bank, Mit Geschichten im Blick, Er sagt nichts – doch denkt zurück. Zwischen Beton und der Tankstelle Licht, Sitzt er still – und wartet nicht. Er braucht kein Ziel, kein Dank, Er ist der Mann auf der Bank. Vor Jahren war er König der Straße, Ein Herz voller Sturm, ein Leben in Phase. Er hatte Träume, zu groß für das Dach, Und Freunde, die flogen – wie Asche im Schacht. Jetzt zählt er Stunden, zählt nicht die Zeit, Er kennt jede Wolke, die über ihn schreit. Ein stiller Prophet mit dem Rücken zur Wand, Die Hände gefaltet wie ein letzter Verband. Er ist der Mann auf der Bank, Mit Geschichten im Blick, Er sagt nichts – doch denkt zurück. Zwischen Beton und der Tankstelle Licht, Sitzt er still – und wartet nicht. Er braucht kein Ziel, kein Dank, Er ist der Mann auf der Bank. Manche sehen ihn und gehen vorbei, Andere schauen kurz – und fühlen sich frei. Doch keiner bleibt stehen, keiner fragt, Was er verloren, was er getragen hat. Er ist der Mann auf der Bank, Ein Denkmal aus Fleisch, Vergangenheit in jedem Streich. Zwischen Reklame und rostigem Schild Ist sein Schweigen laut und wild. Er braucht kein Ziel, kein Rang, Er ist der Mann auf der Bank. Wenn die Nacht kommt, bleibt er dort, (Kein Zuhause, kein Wort.) Die Welt dreht sich weiter, doch er bleibt bestehen – Der Mann auf der Bank, den wir nie ganz verstehen.

