
Faust I – Teil 26 Der Preis der Liebe [Verse 1] Die Glocken tragen schweren Klang, der Morgen wirkt unendlich lang. Ein schwarzes Tuch am Fenster weht, weil jemand nicht mehr wiederkehrt. Das Haus ist still, die Stimmen fern, kein Lachen füllt die Kammern mehr. Wo gestern noch Vertrauen war, liegt heute Schweigen, kalt und klar. ⸻ [Verse 2] Sie kniet allein im fahlen Licht, versteht das eigne Leben nicht. Sie fragt den Himmel: „Warum nur?“, doch keine Antwort findet Spur. Die Tränen fallen still ins Kleid, getragen von der Traurigkeit. Sie sucht den Trost im stillen Gebet, während die Welt sich weiterdreht. ⸻ [Pre-Chorus] Kein Herz erkennt in dunkler Zeit, wie nah sich Schuld und Liebe reih’n. Man trägt die Last, bevor man weiß, wie hoch am Ende wirklich ihr Preis. ⸻ [Chorus] Jede Entscheidung zieht ihre Bahn, lange bevor man sie versteh’n kann. Ein Schritt aus Liebe, ehrlich gemeint, hat doch das Schicksal mit vereint. Wie schwer das Herz auch tragen muss, es kennt den Anfang, nicht den Schluss. Und manchmal fällt ein stilles Licht, genau dort hin, wo Hoffnung bricht. ⸻ [Verse 3] Faust blickt hinauf zum grauen Himmel, sein Herz wird schwer mit jedem Schritt. Er wollte niemals Leid erschaffen, doch nun geht er den Weg schon mit. Mephisto spricht mit kalter Ruh’: „Das Leben schließt die Türen zu. Wer handeln will, muss weitergeh’n, nicht bleiben und nach gestern seh’n.“ ⸻ [Bridge] Doch jede Seele trägt ein Maß, das größer ist als Schuld und Hass. Sie fragt sich still in dunkler Nacht, wer über Recht und Irrtum wacht. Vielleicht beginnt das größte Leid nicht mit Bosheit, sondern Blindheit. Ein Mensch sieht selten gleich den Kreis, den eine Tat am Ende schreibt. ⸻ [Final Chorus] Jede Entscheidung bleibt besteh’n, auch wenn wir weiter vorwärts geh’n. Die Liebe lebt, doch trägt sie nun ein Schweigen, das nicht mehr will ruh’n. Die Glocken klingen weit durchs Land, wie eine unsichtbare Hand. Sie rufen leise in die Zeit: Kein Herz bleibt frei von Endlichkeit. ⸻ [Outro] Der Morgen bricht durch kalten Wind, die Rosen welken ganz geschwind. Ein Grab bleibt still im ersten Licht – und nichts vergisst die Seele nicht.

