
Priorität Wenn wir von Prioritäten reden dürfen wir nicht ins absurde Theater der Verschleierung verfallen. Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einer Metzgerei an und kämen an die Reihe, die Verkäuferin würde Sie fragen, wos kriang`S denn? Sie würden sagen, hundert Gramm Aufschnitt. Ah ha, sogt de Verkäuferin, und Sie?, plärrts zu der Dame fünfe hinter Eahna. Ih?, dat de Sie song, ih kriag zwoa Pfund Pressack und vier PaarWeißwürstl. Die Verkäuferin dat danach Sie anschaun und song, Sie hundert Gramm Aufschnitt, Priorität drei oder vier, bitte nach ganz hinten in der Schlange und Sie mit dem Pressack und de Weißwürstl kemman glei dro. So is des mit der Priorität im Geschäftsleben, es geht ja nicht um Leben und Tod, als ob ma mehrere Unfallopfer vor sich hätt. Oder sie stehen in einer Schlange um mit einem Bus zu fahren, Sie stehen schon in der Türe und der Busfahrer fragt Sie, wieviele Stationen? Zwoa, song Sie und hinter Eahna steht oana und sogt, Endstation. Darauf der Busfahrer, da Bus is scho ziemlich voll, Sie steigen nicht ein, zwoa Stationen, Priorität zwei, drei oder vier, der bis zur Endstation steigt ein. So wenn wir unsere Geschäftsvorfälle gewichten, verlieren wir unser Gewicht an Glaubwürdigkeit. Oder wollen wir nur behaupten, wir hätten gar nicht so viel Arbeit oder Rückstand, denn wer die Wurst erhält oder einsteigen darf, der gibt doch Recht, er hat es verdient vorrangig behandelt zu werden, weil käuflich sind wir alle.

