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Jetzt wohn ick uff’m Land

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Ick komm aus Lichtenberg, Plattenbau, siebte Etage Früh gelernt, wie man durchkommt – mit Charme und 'ner klaren Ansage Früher war ick Currywurst, jetzt bin ick Quinoa Und statt Straßenlärm und Clubs hör ick jetzt Kühe – is' doch wahr! Jetzt wohn ick uff’m Land, mit viel Himmel, wenig Lärm Die Nachbarn grüßen freundlich – und keener ist hier modern Der Bus fährt nur am Montag, und der Bäcker schließt um vier Doch det Brot schmeckt wie Kindheit – und der Kaffee kostet hier 'n Euro fünfzig – mit Porzellan, nich zum Mitnehmen, nee – hier bleibt man dann Ick bin keen Landei – höchstens aus Versehen Meine Stiefel sind von Prada, aber voller Kuhmist schön Ick mecker nich – ick registrier bloß Man kann hier alt werden – oder einfach bloß groß Die Nächte sind jetzt dunkel – so richtig, ohne Licht Kein Blaulicht vorm Balkon, nur’n Igel, der da zischt Die Ruhe macht mir Gänsehaut, manchmal auch ein bisschen Schiss Denn wenn hier einer klingelt, dann weißte nicht, wer’s ist Doch die Sterne sind zum Greifen – und der Wind trägt keine Hetze Ick hab mehr Platz im Garten als in meiner alten Mütze Die Hühner ham jetzt Namen, und ick geb ihnen recht Denn Freiheit riecht nach Erde – und nicht nach Beton und Blech Ick bin keen Landei – eher ’n Kompromiss Zwischen Plattenbau-Instinkt und Landidyll-Gewiss Ick tu nicht so – ick mach’s einfach bloß Denn ick atme hier besser – und der Himmel ist groß (Coda – gesprochen) Ick hab det WLAN selbst installiert. Und ja – die Hühner heißen alle „Uschi“. Ick sag mal so: Berlin hat Puls. Aber hier draußen – hier hörste deinen eigenen.