
FAUST I – Szene 2: Der Vorhang hebt sich [Intro – Chor] Der Vorhang ruht. Der Saal wird still. Noch weiß niemand, was er fühlen will. ⸻ [Strophe 1 – Der Direktor] Die Lichter brennen, öffnet das Tor! Die Menge wartet längst davor. Gebt ihnen Wunder, Lärm und Glanz, heut Nacht beginnt der große Tanz. Sie wollen lachen, staunen, weinen, sie wollen Helden größer scheinen. Ein volles Haus ist mein Gewinn – nur so hat jedes Spiel auch Sinn. ⸻ [Strophe 2 – Der Dichter] Nicht Gold erschafft Unsterblichkeit, nicht Beifall misst die Ewigkeit. Ein einzig wahres Menschenwort lebt länger als der lauteste Ort. Ich suche nicht den schnellen Klang, ich suche einen ewigen Gesang. Ein Vers, der durch die Herzen zieht, ist mehr als jedes Siegerlied. ⸻ [Strophe 3 – Der Schauspieler] Gebt ihnen Tränen, gebt ihnen Mut, gebt Feuer, Liebe, Herz und Glut. Lasst jede Seele mit uns geh’n, damit sie sich im Spiel versteht. Ein Lächeln hier, ein Schrei dort drüben, genau davon wird Kunst am Leben. Die Bühne lebt erst dann allein, wenn Menschen mittendrin statt draußen sind. ⸻ [Refrain – Alle] Hebt den Vorhang! Lasst die Welt beginnen! Zwischen Wahrheit, Traum und Sinnen. Jede Stimme sucht ihr Licht, jede Maske zeigt ein Gesicht. Heute wird aus Wort ein Leben, heute darf die Bühne beben. ⸻ [Bridge] Ist Kunst nur Spiegel? Ist Kunst nur Schein? Kann sie zugleich die Wahrheit sein? Vielleicht beginnt sie dort zu glühen, wo Menschen fühlen statt nur sehen. ⸻ [Finale] Der Vorhang steigt. Das Licht erwacht. Ein Gelehrter wartet in der Nacht. Seine Fragen sind noch ungelöst … doch das Schicksal hat ihn längst erlöst.

