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Ruanda – „100 Tage Regen“

Ruanda – „100 Tage Regen“ (Deutsch / Englisch / Kinyarwanda) Strophe I – Die Straßen (Deutsch) Der Regen fällt, als wollte er das Blut aus der Erde waschen. Die Straßen sind leer, aber die Stille ist lauter als jeder Schrei. Ein Junge rennt, barfuß, durch ein Dorf, das seinen Namen vergessen hat. Und die Radiostimmen werden schärfer als jede Klinge. Kinyarwanda‑Ruf – “Twabuze byose…“ „Wir haben alles verloren…“ Die Worte zittern wie ein letzter Atemzug. Refrain – Die 100 Tage (Deutsch / Englisch / Kinyarwanda) Hundert Tage, und die Welt hörte nicht hin. One hundred days, and no one came. Iminsi ijana y’amarira „Hundert Tage Tränen.“ Die Glocken läuten, aber niemand öffnet die Türen. Strophe II – Die Kirchen (Deutsch) Die Kirchen waren voll, nicht von Gebeten, sondern von Angst. Menschen drängten sich unter Heiligenbildern, die nicht hinsehen konnten. Ein Mädchen hält die Hand ihrer Mutter, zu fest, zu spät. Und draußen schlagen Macheten auf Türen, die nicht halten. Englischer Ruf – “No sanctuary… nowhere.“ „Keine Zuflucht… nirgends.“ Der Regen wird schwerer. Refrain – Die Radiostimmen (Deutsch / Englisch / Kinyarwanda) Die Stimmen im Radio wurden zu Messern. Words became weapons. Amagambo yabaye intwaro „Worte wurden Waffen.“ Und die Welt hörte zu spät, viel zu spät. Bridge – Die Namen (Kinyarwanda / Englisch) “Amazina yacu… ntabwo agisigaye.“ „Unsere Namen… sind nicht mehr da.“ “We were neighbors… we were one people… and then the sky broke.“ Outro – Die Glocken (Deutsch) Die Glocken läuten für die, die niemand mehr zählen kann. Der Regen fällt für die, die niemand mehr findet. Und die Erde trägt die Stille von 800.000 Stimmen.