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Geist aus der Flasche

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Ein alter Flakon aus blauem Glas lag tief im Regalsystem, du riebst ihn ab und dachtest erst mal gar nicht an ein Problem. Dann stieg Rauch auf, bunt wie ein Display, der Geist kam in Sneakern rein, er tippte kurz auf seinem Handy: „Wünsch dir was — aber präzise, Freund, sonst kann’s auch schief gehn.“ Du wolltest den Wagen vor der Tür, den Schlüssel schon in der Hand, am nächsten Morgen stand ein Panzer quer und sperrte dir die ganze Straße ab. Die Nachbarn fluchten, die Polizei kam, das Knöllchen hing am Fensterrahm, und der Geist grinste nur und sagte: „Jeder Wunsch hat hier zwei Seiten, glaub mir, nimm’s genau beim Namen.“ Dann wolltest du wieder zwanzig sein, ohne Arzt, ohne Creme, ohne Stress, die Haut war glatt, die Knie wieder leicht, doch dein Kopf blieb auf dem Stand von „gestern, zum Verdruss“. Du spieltest plötzlich mit Plastikautos und suchtest deine Jacke im Kinderzimmer, und deine Frau meldete dich abends schon vermisst bei der Kita um die Ecke, ziemlich bitter. Als du dann nach Geld geschrien hast, nach Macht und nach dem großen Coup, löschte der Geist dein Profil im Netz und warf den Goldschatz auf dich zu. Jetzt liegt dein Traum aus schweren Barren sauber zwischen Regal und Staub, und der Rauch zieht weiter durch die Leitung — keiner merkt, wie teuer so ein Wunsch sein kann.