
An tausend Welten steht geschrieben: "Ihr Erdenbürger, denkt und wisst, Dass Eures Herzens warmes Lieben Ein göttliches Vermächtnis ist!" Es schmerzt der Hass, der Neid kann drücken, Doch Feindschaft erntet Qual und Pein; Mit Seligkeiten Dich beglücken, Das kann die Liebe nur allein. Sei ihr zu eigen und verhehle Dem Busen nicht des Himmels Pracht: Sie ist des Lebens einz'ge Seele Und Deines Herzens schönste Macht! Nach welkem Tand und eitlem Flitter Hascht nur der einsichtslose Thor Und findet dann die Täuschung bitter, Wenn falsches Gold den Glanz verlor. Nur in dem tiefsten Innern wohnet Geheimnisvolle Sympathie; Steigst Du hinunter, so belohnet Die Liebe Dich mit Harmonie. Vertraue ihrem stillen Gruße, Wenn sie Dich freundlich an sich zieht: Sie ist des Lebens einz'ge Muse Und Deines Herzens schönstes Lied! Schneit auch der Winter seine Flocken In dichten Wolken um Dich her, Des Pulses Wärme kann nicht stocken, Des Herzens Raum ist niemals leer. Es muss ein neuer Frühling tagen, Der siegreich durch die Fluren geht, Um allen Sehnenden zu sagen, Dass auch die Liebe neu ersteht. Dann flutet es durch Dein Gemüte Wie Glockenklang in milder Luft: Sie ist des Lebens einz'ge Blüte Und Deines Herzens schönster Duft! Der Mann muss kämpfen mit Gewalten, Die finster seinen Herd umstehn, Und seine ganze Kraft entfalten, Um siegreich aus dem Streit zu gehn. Und in dem Weib muss ihn umschlingen Die Liebe warm und hoffnungsreich Um Mut und Tröstung ihm zu bringen, Beglückend und beglückt zugleich. Sie bleibe Dir mit ihrer Wonne, Mit ihrem Segen nimmer fern: Sie ist des Lebens einz'ge Sonne Und Deines Herzens schönster Stern!

