
Die Trommel schlägt
[Intro – Flüstern & metallisches Marschieren] Links, zwei, links... Klick. Stille. Sieh den Staub, der sich legt, bevor der Sturm überhaupt benannt wird. Wer zieht den Faden, wenn alle im Gleichschritt fallen? Hörst du die Stiefel oder glaubst du noch, du tanzt allein? Look. [Part 1] Grauer Beton, die Parolen frisch gesprüht auf nasses Pflaster, jeder schwört auf sein Dogma, doch verwechselt Schein mit Zunder. Parolen im Loop, gefüttert im Sekundentakt auf Glas, wir fressen die Schablonen, während draußen schon das Fundament zerbrach. Du hebst die Fahne hoch, doch wer strickt eigentlich den Stoff? Marschierst durch die Gasse, siehst den Abgrund, nennst ihn Fortschritt oder Hoffnung. Ein Finger zeigt nach vorn, zehntausend nicken blind im Chor, verwechseln Echo mit Verstand und sperren Geist und Ohren zu vorm Tor. Die Trommel schlägt den Takt, kein Stolpern ist erlaubt im Zug, wer innehält und zweifelt, gilt im Schwarm schon als Verrat und Trug. Sag, brennt dein Feuer wirklich oder wärmst du dich am Brand der Stadt? Wer zählt die Trümmer morgen, wenn der letzte Richter keine Stimme hat? [Hook] Und die Trommel schlägt: Eins, zwei, Schritt. Sag mir, wer bestimmt den Weg, wenn die ganze Herde mitgeht? Schreist du den Hass aus deiner Kehle oder sprichst du fremden Text? Wir zünden Brücken an und nennen das ein Nest. Und die Stiefel ziehen Rillen tief ins Tal, keiner fragt nach Ziel und Preis – Hauptsache, laut im Signal. Bist du der Steuermann am Ruder oder Ballast auf dem Kahn? Wer zahlt die Zeche, wenn die Zeiger rückwärts schlagen auf dem Plan? [Part 2] Gleiches Wappen auf der Brust, andere Farben, selbe Miene, jeder füttert kaltes Eisen in die gleiche Holz-Maschine. Du teilst die Welt in Schwarz und Weiß, als gäb es keine Schatten mehr, doch wer im Schwarzweißfilm marschiert, sieht nicht das Blut im Nebelmeer. Sie reichen dir den Hammer hin und sagen: „Schlag auf alles ein!“, und du glaubst, du baust Paläste, brichst dabei dein eignes Bein. Kein Blick zurück zum Horizont, wo schon der Rauch die Sonne frisst, wie schmeckt der Sieg am Ende, wenn man selbst die Asche ist? Der Algorithmus predigt Reinheit, trennt das Spreu nicht, sondern Menschen, du fühlst dich stark im Rudel, merkst nicht, wie sie deinen Kopf begrenzen. Die Trompete ruft zur Jagd, doch wer steht eigentlich am Rand und lacht, wenn Bruder gegen Bruder fällt im tiefen Schatten dieser Nacht? [Hook] Und die Trommel schlägt: Eins, zwei, Schritt. Sag mir, wer bestimmt den Weg, wenn die ganze Herde mitgeht? Schreist du den Hass aus deiner Kehle oder sprichst du fremden Text? Wir zünden Brücken an und nennen das ein Nest. Und die Stiefel ziehen Rillen tief ins Tal, keiner fragt nach Ziel und Preis – Hauptsache, laut im Signal. Bist du der Steuermann am Ruder oder Ballast auf dem Kahn? Wer zahlt die Zeche, wenn die Zeiger rückwärts schlagen auf dem Plan? [Bridge – Beat bricht ab, nur Hi-Hats und eine dumpfe Kick wie ein Herzschlag] Ein Schritt zur Seite bricht die Reihe. Nur ein Atemzug im Zweifel bricht den Schwur der Treue. Schau auf deine Hände: Halten sie noch eignes Werk, oder zieht der Puppenspieler Fäden über Kreuz und Berg? Wenn der Nebel sich verzieht und die Parolen stumm verhallen – wer steht noch auf den Beinen, wenn die Götzenbilder fallen? [Outro – 808-Bass gleitet extrem tief, Marschtrommel fadet langsam aus] Links... zwei... halt. Bist du noch wach, oder läufst du schon im Schlaf? Die Klippe kommt nicht näher – wir rennen auf sie zu. Frag. Bevor die Stille antwortet. Klick.


