
Nihil Speculum · Ω·Э · Im Spiegel des Nichts · ЂЭ·ЧБЖ · Immer schneller wechseln die Zeichen in deinem Gedächtnis ihre Erscheinung, Bedeutung, Farbe, Form und Gestalt, und während du dich noch voll und ganz auf die Bilder in deinem Spiegelinnern fixierst, dich mit all deiner Vernunft darauf konzentrierst, sie festhältst und nicht mehr davon loslässt, stürmen in diesem einzigen Augenblick, scheinbar unendlich viele Gesichter, Geschichten, Gestalten und Kreaturen an deinem geistigen Auge vorbei. Gestalten, die das Nichts verbindet · ФЖ·ФБЭ · Weil diese Gestalten nirgendwo aufzufinden waren und mir nie jemand etwas über mein Schicksal, meine Herkunft und meine Bestimmung hatte berichten wollen, fing ich damit an, diese Botschaft selbst niederzuschreiben. Ich fing an, mir selbst Nachrichten zu hinterlassen, und ich schickte diese Nachricht in meine Vergangenheit. Unermüdlich · ФЊ·ЂЂΩ · Ungläubig, erstaunt und voller Ehrfurcht folgst du den Zeichnungen, Zeichen, Formen und Symbolen, die schon seit Ewigkeiten in diesem uralten, gigantischen Grabmal thronen. Einem Monument, so alt wie die Zeit selbst, unendlich viel älter noch als die Ewigkeit, so alt wie das Nichts und der Tod. Ein Monument für die Ewigkeit · ФЧ·ЂЭБ·Ф · Begib dich jetzt in Gedanken tief in dein innerstes, eigentlichstes Wesen, zu mir, dem Nichts. Folge mit deiner Aufmerksamkeit bewusst deinen Erinnerungen in deine Vergangenheit. Wo du den unzähligen Augenblicken begegnest, die dein Leben geprägt haben. · ФЧ·ЂЭБ·Њ · Dabei stellst du dir vor, wie anders sie verlaufen wären, wenn du den Symbolen in meinem Spiegel vertraut; wenn du auf die Stimme in deinem Innern gehört; wenn du in der Zeit zurückreisen; wenn du vorher gewusst hättest, was du jetzt nur noch in deiner Vorstellung und Phantasie verändern kannst. · ФЧ·ЂЭБ·Ђ · Du vertauschst die Erinnerungen an das Leben, das du einmal gelebt hast, mit den Wünschen, Träumen und Sehnsüchten der Personen, die aus dir noch hätten werden können. In Gedanken korrigierst du jede einzelne Sequenz, bis zu dem Moment, in dem du dein Bewusstsein für immer verlierst. Dann betrittst du, unendlich langsam, voller Zufriedenheit und Erleichterung, in der Überzeugung, alles richtig gemacht zu haben, das Reich der Engel. Niemand schließt deine Augen, du wirst vergessen und vergraben, verbrannt und gefressen. Du hast nichts mitgenommen und auch nichts hinterlassen. Nichts, außer einem Gedanken. Dem Gedanken, dass du jetzt frei bist. Buch VII Labyrinthum Nigrum Speculum · Ж·Ф · Im spiegelschwarzen Labyrinth · Ђ·ЖФЧ·Ф · Stell dir vor, es ist so weit. Nach einer verdammt langen Reise kreuz und quer durch das Gedächtnis der Zeit, führt zu guter Letzt ein kaum erkennbarer Pfad, zu einem Ort namens Freiheit. Pontis Libertatis · ФФ·Э · Die Brücke zur Freiheit · Ђ·ЖФЧ·Ч · Niemand hat dir je geraten, diesen Durchgang zu öffnen, an diesem Karussell zu drehen und dieses Labyrinth zu betreten, denn dieser Eingang ist die Pforte ins Reich der Toten, toter Buchstaben und Worte, Worte, die es in deiner Welt nicht mehr gibt, Buchstaben, die von einer Geschichte erzählen, aus der es kein Entrinnen, kein Entkommen und kein Zurück mehr gibt. Für niemanden · Ђ·ЖФЭ · Zögernd schweifst du mit deinen Gedanken über diesen schwarzen Spiegel. Du betrachtest die Sterne, die darin schimmern und folgst den Buchstaben, in denen sie sich verlieren. Die Schrift ist feurig und funkelt. Du gleitest mit deinen Händen darüber. Du spürst die nackte Glut darin pulsieren und stellst dir vor, was dich erwartet, wenn du diesen Durchgang öffnest und an diesem Karussell zu drehen beginnst. Du öffnest das Tor und sie beginnt zu lodern in dir, die schwarze Flamme des Nichts. Eine schwarze Flamme im Nichts

