
Kapitalismus frisst Kapitalismus [Verse 1] Ich kauf’ mir einen Sonderpreis, bezahlt mit dem, was keiner weiß. Der Rabatt ist heute doppelt teuer, das Sparschwein frisst das Steuerfeuer. Die Kasse zählt mein Lächeln ein, der Einkaufskorb kauft mich gleich mit heim. Die Werbung glaubt an meinen Traum, doch ich wohn’ längst im Werberaum. [Pre-Chorus] Alles kostet. Selbst umsonst. Nichts gehört dir… außer dem, was du verlierst. [Chorus] Der Kapitalismus spendet Armut, verkauft den Reichtum zum Verzicht. Jeder besitzt die ganze Welt… doch niemand sein eigenes Gesicht. Der Markt verkauft uns Individualität, in Millionen gleicher Pakete. Freiheit gibt’s im Sonderangebot – solange sie das Preisschild trägt. [Verse 2] Die Schulden legen Zinsen an. Der Gewinn arbeitet als Bettelmann. Der Aktionär verkauft die Hoffnung, die Zukunft zahlt in kleinen Raten. Der Überfluss hat Hunger heut’. Der Mangel lebt in Sattheit weit. Der Konsum kauft neue Leere, im Ausverkauf der Atmosphäre. [Bridge] Der Chef bewirbt sich beim Angestellten. Die Maschine kündigt ihren Menschen. Der Kunde wird zur Handelsware. Die Ware wird zum neuen Herrn. Gold ist billig. Staub ist Luxus. Alles steigt… weil alles fällt. [Final Chorus] Ich kauf’ den Kauf und verkauf’ den Verkauf. Ich miete den Besitz auf Lebenslauf. Ich zahle bar mit meiner Zeit, bekomm’ dafür Beschäftigkeit. Der Kapitalismus frisst Kapitalismus. Der Wettbewerb gewinnt allein. Am Ende gehört allen alles… und niemandem auch nur ein Stein. [Outro] Die letzte Rechnung ist bezahlt. Mit einer Währung ohne Zahl. Der Markt schließt zu… und eröffnet neu.

