
Du kommst ein wenig später, ich warte an der Bar. Du trägst das schwarze Kleid, das lang nicht mehr im Schrank war. Du sagst: „Hab ich was verpasst?“ und setzt dich neben mich. Ich sage: „Nein, noch gar nichts.“ Und seh dabei nur dich. Du kennst mich lang genug, du weißt, was mit mir passiert. Und dieses kleine Lächeln hast du nicht ausprobiert. Du weißt genau, was du tust, wenn du mich so ansiehst. Du weißt genau, was du tust, auch wenn du's nie zugibst. Nach all den vielen Jahren bringst du mich noch aus der Ruh. Erzähl mir nicht, das wär nur Zufall. Du weißt genau, was du tust. Wir reden über gestern, über dies und über das. Du streichst dir durch die Haare, als wär daran nichts besonders. Dann spielt die Band ein altes Lied, du fragst: „Kennst du das noch?“ Ich sag: „Natürlich kenn ich's.“ Du sagst: „Dann tanz doch.“ Du kennst mich lang genug, du brauchst nicht viel dafür. Ein Blick von dir genügt, und schon steh ich vor dir. Du weißt genau, was du tust, wenn du mich so ansiehst. Du weißt genau, was du tust, auch wenn du's nie zugibst. Nach all den vielen Jahren bringst du mich noch aus der Ruh. Erzähl mir nicht, das wär nur Zufall. Du weißt genau, was du tust. Vielleicht sind wir nicht mehr zwanzig. Na und? Ich vermiss daran nicht viel. Denn damals musste ich noch raten. Heute kenn ich dieses Spiel. Du weißt genau, was du tust, wenn du mich so ansiehst. Du weißt genau, was du tust, und mir gefällt, dass du's genießt. Nach all den vielen Jahren kriegst du das immer noch so gut hin. Erzähl mir nicht, das wär nur Zufall. Ich kenn dich doch. Ich weiß genau, wer du bist. Und dieses schwarze Kleid? Lass es diesmal nicht so lange im Schrank.

