[Intro] (Sprechgesang, dreckige Slide-Gitarre, tiefer Bass, Regen) Ich weiß, ich bin nicht du. Doch ich weiß, was Verdrängen tut: Es macht aus Schmerz ein Schweigen – und aus Schweigen irgendwann Krieg. [Verse 1] Ich weiß, ich bin nicht du, doch ich weiß, dass man nicht rennen kann, wenn der Schmerz im eigenen Haus wohnt und dich beim Namen nennt, Mann. Ich stell mich meinen Gefühlen, weil sie mich nicht loslassen, ich lern daraus: Ich lebe noch – und ich trag nicht eure Massen. Ein Leben lang in dieser Frist, zwischen dem, was war, und dem, was bleibt, solange Ungleichheit regiert zwischen Menschen, Gesichtern, Geschichten, die keiner mehr treibt. Zwischen Nationen, die zählen, und Namen, die keiner mehr ruft, zwischen dem, was ihr „Frieden“ nennt, und dem Riss unter der Luft. [Pre-Chorus] Denn in all eurem Frieden seh ich nur hintenrum Krieg, Rechtfertigung durch Intrigen, und niemand fragt: „Für wen?“ – nicht ein einzig' Mal. Lieber Gott, sag mir, wie hältst du das alles aus? Wenn wir Schwingung und Frequenz sind, möcht ich mich nicht darauf beschränken – ich steig raus. [Chorus] HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG, HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG. SOLANGE IHR OBEN SEID, BLEIBT ES NICHT STILL – HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG. [Verse 2] Ich muss kein Fan von diesem Leben sein, doch ich will verstehen, wie es läuft, mit all seinen Gefühlen, weil nichts davon für immer bleibt. Ich muss fühlen wollen, auch wenn es weh tut, auch wenn es brennt, denn Gefühle sind kein Fehler – sie sind der Beweis, dass man noch kennt, was lebendig heißt, was echt heißt, was sich nicht verkaufen lässt. Ich kann dir nicht helfen, dich selbst zu verstehen, doch ich kann dir den Spiegel geben, wenn du ihn verpasst. Gib dir selbst eine Chance, tausend Mal, ohne Ergebnis zu erzwingen, denn Kontrolle über andre ist Illusion – nur über dich selbst kannst du beginnen. Lass los. Du kontrollierst nur dich, wenn du nicht hinterfragst, wirst du verwendet, ich will nichts verschwenden, was nicht du bist – auch wenn die Welt dich benennt. [Break] (Soul-Ad-libs, Gitarre schreit, Chor flüstert) Was mach ich hier? Was mach ich da? [Verse 3] Ich geh jeden Tag zur Arbeit, Jahre lang, kein Urlaub, kein Dank, und wenn ich krank bin, will keiner wissen, wie es in mir aussieht – nur: „Komm lang, komm lang.“ Am liebsten wär es ihnen, wenn ich mich einfach verdrück, doch ich steh auf einem Fundament, das keine Risse mehr hat – ich bück mich nicht. Ich rotz auf eure menschenlosen Einigungen, auf eure sauberen Worte und Akten, die Hände bleiben schmutzig, auch wenn ihr alles glatt machen lasst. Ihr nennt es Ordnung – wir nennen es Druck. Ihr nennt es Zukunft – wir nennen es Zugriff. Und wenn ihr von Einheit redet, hör ich die Risse im Raum, hör ich die Namen, die ihr überseht. [Pre-Chorus] Denn in all eurem Frieden seh ich nur hintenrum Krieg, und niemand aus dieser Gegend hält das ewig aus, kein Sieg. Wenn ihr weiter oben bleibt und wir unten zerreißen, dann ist euer Frieden nur die Pause zwischen zwei Schlägen, die ihr nicht hören lasst. [Chorus] HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG, HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG. SOLANGE IHR OBEN SEID, BLEIBT ES NICHT STILL – HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG. [Bridge] (weibliche Soul-Vocals, Chor baut sich auf, Gitarre brüllt) Ich stell mich meinen Gefühlen, nicht weil es leicht ist, nein, sondern weil Lügen sich nicht ewig tragen lassen, auch wenn sie schwer wie Stein. Ich lern daraus, dass ich noch lebe, dass ein Leben nicht für eure Mauern da ist, dass Frieden nicht Stille heißt, wenn die Stille nur eure Angst ist. [Final Chorus] HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG, HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG. SOLANGE IHR OBEN SEID, BLEIBT ES NICHT STILL – HINTER EUREM FRIEDEN SEH ICH KRIEG. [Outro] (Sprechgesang, Instrumental baut ab, Slide-Gitarre, Kirchenorgel, Regen) Ich weiß, ich bin nicht du. Doch ich weiß, was Verdrängen tut. Und solange euer Frieden schweigt, seh ich hinter ihm – Krieg. [End]