
Die Frau im gläsernen Zahnsarg Sie fanden sie in einem gläsernen Sarg, der aus den Zähnen der Vergessenen geformt war. Die Wurzeln waren tief in den Boden gewachsen, als würden sie noch immer kauen, noch immer mahlen. Ihr Körper war in Seide gehüllt, aber das Muster bewegte sich – ein endloser Faden, der sich durch ihre Rippen schlängelte und an den Knoten ihres Herzens zog. „Mutter sagte, mein Atem sei eine Spindel aus Glas“, flüsterte sie, als sie die Splitter zwischen ihren Fingern rollte. „Ich habe versucht, ihn zu zerbrechen, aber er schnitt sich nur tiefer in meine Lippen.“ Laternen warfen Schatten, die nicht zu den Körpern passten. Ihre Augen leuchteten, aber ohne Lichtquelle, nur Reflexionen einer Sonne, die nie aufging. Sie zog an dem Faden ihrer Zunge, wickelte ihn um ihren Zeigefinger, bis ihre Worte in den Wurzeln der Zähne versickerten. Sie versuchte, sich zu erinnern, wie sie hierhergekommen war. Doch jeder Gedanke war eine Vogelscheuche aus schimmelnden Knochen. „Ich kann meinen Körper nicht fühlen“, murmelte sie und beobachtete, wie ihre Hände durch die gläsernen Wände glitten, als bestünden sie nur aus Atem. Die Zähne knirschten leise. Der Sarg atmete. Und mit jedem Atemzug verlor sie sich ein wenig mehr.

