
### Der Brief Von Wilhelm Busch Ach was muß man oft von bösen Kindern hören oder lesen! Wie zum Beispiel hier von diesen, welche Max und Moritz hießen; die anstatt durch weise Lehren sich zum Guten zu bekehren, oftmals noch darüber lachten und sich heimlich lustig machten. Ja, zur Übeltätigkeit, ja, dazu ist man bereit! Dieser bösen Knaben einer war der freche Schneidermeiner, der den lieben Lehrer Lämpel mit der Angel fing am Tempel. Lämpel, der mit dem Examen eben fertig war, im Gramen nahm sich vor, ihn auszuruhen und im Gasthaus sich zu kühlen, ging zum Tempel hin mit Ruh, denn er sah im Tempel zu. Max und Moritz sahen das; Was für ein Spaß! – ja, was für ein Spaß! Schnell ging der böse Fadenlauf zu dem jungen Schneider rauf, durch die Fensterkreuz und Läden an der Angel, fein geschwungen, hing der Haken und mit Händen konnte man das Dummsein enden. Lämpel – welch ein Schreck fürwahr, als er auf die Angel sah! Lämpel, so wie er gesessen, hatte ganz das Ziel vergessen, denn er war beim Examen und der Schüler dummer Fragen, und mit ewigem Gegrübel hatte er schon alle Mühe. Doch in diesem Augenblick, Lämpel's letzter Nerv entzückt, fühlte sich und sprang aus Hast, dass der Haken aus dem Fast sich entfernte und mit Schreck ist er hin und nicht zurück. Solch ein Ende nahm die Feier, war der Spaß doch nicht geheuer. Max und Moritz, was für Knaben! Was sie uns für Freude gaben! Doch, oh weh, was für ein Jammer, Lämpel sitzt im fernen Hammer. Dieses humorvolle Gedicht von Wilhelm Busch illustriert die Streiche zweier ungezogener Jungen, Max und Moritz. Es ist ein Klassiker der deutschen Literatur und zeigt, wie kindliche Streiche und die daraus resultierenden Missgeschicke humorvoll dargestellt werden können.

