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Im vierten Stock

V6

[Strophe 1] Langsam schreite ich den Flur entlang. Es herrscht Stille in diesem Gang. Nur die Lampen werfen geisterhafte Schatten an die Wände. Die Treppe des Personals liegt an seinem Ende. Sie führt mich zu meinem Quartier im achten Stock. Doch immer wieder, so bilde ich mir ein, höre ich ein Flüstern aus den Zimmern. Mal ist es ein leises Wimmern, dann eine Stimme, die meinen Namen nennt. Sie flüstert ihn vertraut, als ob sie mich schon lange kennt, und weckt in mir wieder diesen Drang, dem ich nicht widerstehen kann. [Strophe 2] So gehe ich weiter, tiefer in den vierten Stock. Das Flüstern verändert sich in meinem Ohr. Es erklingen die Stimmen der Zimmermädchen des Excelsior. Ich höre sie aus den Wänden. Ich spür ein Zittern in meinen Händen. Da kommt es mir wieder in den Sinn: Es schlug 9 auf einer Uhr. Die Zimmermädchen sprachen von Flecken auf dem Teppich hier im Flur. Spuren, die sie täglich waschen, doch jeden Morgen sind sie wieder da. Mit jedem Schritt frage ich mich: Sind die Geschichten doch noch wahr? [Strophe 3] Ein Licht am Ende des Flurs vertreibt meinen düsteren Verdacht. Ich kann die Treppe schon sehen, fast ist es geschafft. Dann flackern wieder die Lampen der Elektrizität. Das Licht wird schwach, vor mir erscheinen zwei Schatten. Ich will fliehen, doch der Drang in mir lässt mich hier stehen, um mir alles mit anzusehen. Ein Schatten hält den andern am Arm. Er reißt sich los und schreit ihn an. Dann beginnen sie zu ringen. Hier geht's um Leben und Tod. Ein Schatten sticht den andern nieder. Sein Blut färbt den Teppich rot. Ich atme schneller. Mein Herz schlägt bis zum Hals und mir wird klar: Die Geschichten sind wahr. [Refrain] Ich hielt die Geschichten für Mythen, ich hab über sie gelacht bis zu dieser Nacht. Nun seh ich es ein: Nichts davon war Schein, der Spuk des Excelsior bricht über mich herein. [Strophe 4] Mir steht die Angst im Gesicht. Der Schatten hält sein Messer in der Hand. Er sieht mich nicht, er schaut auf den Schatten, der vor ihm am Boden liegt. Wieder einmal hat er gesiegt. Das Blut des anderen Schattens ziert den Teppich und die Wand. Was ich sah, raubt mir den Verstand. Der Schatten dreht sich um und nimmt die Treppe des Personals. Ich stehe da und bleibe stumm. Blut tropft vom Messer auf den langen Flor. Aus meinem Drang wird ein Ziehen, es lässt mich immer noch nicht fliehen. Das Flüstern führt mich durch den Flur, so folge ich dem Schatten und seiner blutigen Spur. [Strophe 5] Das Ziehen zwingt mich durch das Treppenhaus, jede Stufe geh' ich mit Schweiß auf der Stirn hinauf. Im sechsten Stock gehe ich zur Tür heraus. Ich folge immer noch der Spur aus Blut. Mit jedem Schritt verlässt mich mehr der Mut. Die Spur führt mich bis zum Zimmer sechsundsechzig, hier im sechsten Stock. Ich stehe vor der verschloss'nen Tür. Immer noch höre ich die Stimmen aus den Zimmern und den Wänden. Wieder spüre ich das Zittern in meinen Händen. Die Stimmen fordern, was verboten ist. Da ist wieder dieser Drang, dem ich nicht widerstehen kann. Mein goldener Schlüssel öffnet die Tür. Ich kann nichts dafür. [Refrain] Ich hielt die Geschichten für Mythen, ich hab über sie gelacht bis zu dieser Nacht. Nun seh ich es ein: Nichts davon war Schein, der Spuk des Excelsior bricht über mich herein. [Refrain] Ich hielt die Geschichten für Mythen, ich hab über sie gelacht bis zu dieser Nacht. Nun seh ich es ein: Nichts davon war Schein, der Spuk des Excelsior bricht über mich herein.