[Intro – einsames Piano in einem dunklen Raum, zerbrechliche junge Männerstimme, ferner Kinderchor summt leise, hörbares Atmen] Ist das eine Hand oder ein Licht in der Nacht? Ist das Liebe oder etwas, das uns langsam kaputtmacht? Stimmen ziehen durch den Rauch sanft und still wie Atemhauch „Nur ein einziges Mal… dann wird alles leichter, schau…“ [Verse 1 – intime Piano-Ballade, warmer analoger Klang, leiser Druck unter allem] Mama, ich war siebzehn Jahr und innerlich schon unsichtbar Zu still für diese schnelle Welt die jeden Tag zusammenfällt Sie legten ihre Arme weich um all den Schmerz tief drin in mir Und plötzlich klang die Dunkelheit fast wie ein Zuhause hier Ich sagte nein so oft davor doch Einsamkeit klingt manchmal wie ein offenes Tor Bruder, ich zitterte im Licht und erkannte mich selber nicht Sie sagten: „Schlafen tut weniger weh.“ Und langsam glaubte ich die Idee [Rap Part – ruhig, melancholisch, nah am Mikrofon] Und aus „nur einmal“ wurden Wochen ohne Schlaf dieselben Wege dieselben Nächte dieselbe Stadt bei halber Kraft Alle reden von Zukunftsplänen doch niemand sagt wohin Wir waren Kinder mit schweren Herzen und zu leichtem Sinn Ich wollte nie verschwinden nur einmal leise sein Nur einmal keine Stimmen nur einmal kurz daheim [Build – Piano wiederholt sich wie ein kreisender Gedanke, Kinderchor steigt langsam auf] Ich versuchte wegzurennen Ich versuchte laut zu beten Ich versuchte jede Nacht aus meinem Kopf zu fegen Und für einen kleinen Moment sah ich Licht in jedem Mensch Als würde irgendwo dahinter noch ein anderer Himmel brennen Da war ein Mädchen im Wartezimmer mit viel zu müden Augen Sie sagte: „Vielleicht schaffen wir das.“ Doch ich konnte kaum noch glauben [Piano & Gitarren-Interlude – melancholisches Piano führt, ferne Gitarrenflächen, leises Tape-Rauschen] [Chor-Sektion – Kinderchor mit zerbrechlichen Harmonien, traumartig und herzzerreissend] Kleiner weisser Geist! Kleiner weisser Geist! Tanzend durch das Neonlicht! „Nicht mehr!“ „Sie kommt zurück!“ „Rettet ihre Seele Stück für Stück!“ Zersplitterte Spiegel! Fieberträume! Krankenhauslichter in leeren Räumen! Mutter weint — „Bitte komm zurück!“ Dealer lächelt — „Hier findest du dein Glück.“ Fallen! Rufen! Rennen! Brennen! Kriechen durch das weisse Rauschen! Der Himmel schweigt während die letzten Stimmen lauschen [Rap Part – dunkler, müder, langsamer Flow] Draussen wird es langsam Morgen doch in mir bleibt alles Nacht Freunde gehen leise weiter wenn man oft zusammenkracht Ich sah mich selber im Spiegel doch irgendwas fehlte dort Nur Augen ohne Hoffnung und ein Körper ohne Ort Alle wollten helfen doch ich wusste nicht wie Denn wenn Schmerz dein Zuhause wird kriegst du Angst vor Therapie [Emotionaler Höhepunkt – Piano und Drums drücken langsam nach vorne, tiefe emotionale Schwere] Ich will heute Nacht nicht sterben! Ich will nicht im Dunkeln liegen! Doch das Feuer in meinen Venen zieht mich wieder nach unten nieder Ich kämpfte gegen mein Spiegelbild gegen Gift und gegen Scham Jedes Versprechen wurde Asche und jeder ging langsam davon Ich war jung Ich hatte Angst Ich war noch immer Mensch darunter [Outro – leises Piano und ferner Kinderchor lösen sich langsam in Stille auf] Mama… ich kann endlich schlafen Keine Schatten mehr unter mir Nichts hielt mich wirklich lange ausser dieser Schmerz in mir Doch vielleicht war tief dahinter noch ein kleines Stück von mir Der Wind zieht leise durch den Raum Morgenblumen blühen kaum Nichts bedeutet jetzt noch wirklich etwas… nichts bedeutet wirklich etwas… für mich…


