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Das Genderduscherl - 16.02.2011

Das Genderduscherl Mei bin ih froh, dass des bei euch gibt. De do dort, dort wo ih war, de ham es gar ned verstanden, ih behaupt, dene war es suspekt. Des Es ham de überhaupt ned verstanden, de warn no so im Gestern, eine Umkleide für Sie`s und eine Umkleide für Er`s. Mei bin ih froh, wieder bei euch zu sei, nimmer dem Zwang von Sie`s und Er`s ausgsetzt. Unvorstellbar, de sand no im Geschlechterzwang. Wie zwanghaft, nur eine Frau oder ein Mann z`sei, des geht doch heut nimmer. Ja wo sand ma denn, selbst bei da Stadtverwaltung müassn d`Leut des unterschreiben. Find ih klasse, ma ko doch do gar ned auf a Freiwilligkeit setzen, de Leut müassn überzeugt wern, dass des heut nimmer zeitgemäß is. Wer is denn heut scho nur no Frau oder nur no Mo, sie oder er? Es is richtiger und wenn ih mei Sprach richtig definier, song mia scho seit Generationen "Es", wenn ma de do oder de do moanan und runterbrocha auf an Oanzelnen muass des "Es" ah greifbar wern. Des könnt`s euch nicht vorstellen, wos ih dalebt hob in dem oidbacknen Fitnessstudio, und oidbacken is scho a Kosename. Ideologisch total daneben, vielleicht sollt ma`s schließen lassen. Oiso wos hob ih dalebt? Mei, ih geh in des Studio, ih begrüß den Mo oder wia ih gmoant hob, dass er sich definiert. Grüß es, ih war mir ned sicher. Servus, sogt er, ih wünsch da vui Spaß. Sie, hod er mir no nochplärrt, für Herren geht`s do nei. Ih war an Schritt vor da Damenumkleide, so war`s ohgschriebn. Der Typ hod so a kräftige Stimme ghabt, dass ih ganz perplex war und abbogen bin und doch tatsächlich wider mei tiefste Abneigung in de ausgezeichnete Herrenumkleide ganga bin. Ih war eigentlich scho fertig, ih hätt nix mehr braucht, zum Glück warn grod koane Männer in der Umkleide. Ih hätt beinah woana müassn, ih hob mi niedergsetzt auf so a Umkleidebank, just in dem Moment kommt jemand zur Tür rei. Wieder des schiache Servus und in am Reflex frog ih, Mo oder Frau? Depp, sogt der Mo und sogt no Zwitter. Ja, ih woaß ah ned immer wos ih grod bin. Ha, lacht der Mo. Ih leg nach, wissn Sie vielleicht immer ob ma weiblich oder männlich is? Er, "Es" draht sich um und ih moan, dass er Spinner gsogt hod. Wos soi ih song? Des is nur no schlimmer gworn, oa Protz um an andern. Es war sowos von oidherbracht, koana von es war so wia ih. Des merkt ma immer, des Entweder oder.. Nach na Stund hob ih meine Übungen ghabt, Abduktoren, Aduktoren, hui ih sog`s euch, einen Muskelkater von dene Übungen ko ma hom. Nach der Stund geh ih wieder in diese Umkleide, ein schweißiger Geruch, lauter so definierte Männer und ih, wo ih mi so weiblich grod gfühlt hob, des is ja ned immer so, aber do war`s so. Aber wieder zruck, der Gipfel der Widerlichkeit war dann der, de Männer, pfui, ham sich sowos von chauvinistisch gegeben, Bizeps ohspanna, Lat ohspanna, mei oh mei, dieses Gehabe. Wia zum Trotz hob ih ma dacht, ph... hob mi ah weng gschamig im Umkleideeck auszong, Handtuach umbundn, hob meine Shampoos packt, und mi auf `n Weg gmacht, vorbei an der Theke wo ma seine Fitnessdrinks kauft, Richtung Solarien und rechts ab in die Damenumkleide. Oa Frau war grod damit beschäftigt ihren BH zurecktzruckn, de hod mi trotz meines Hallos gar ned richtig registriert. Ih in de Dusche, Handtuch runter und mit einem Genuss einseifn. Im Moment war der ganze Groll zwecks dene komischen Männer wia verflogen. Dann hör ih Stimmen näherkemma, zwoa junge, weibliche. De sehn mich, ih sog hallo, sie schaun mi oh, ham mia uns verdo? Na na, sog ih, passt scho, ih bin ah grod nach meiner Gefühlsverfassung, nach meiner Definition weiblich. Bist du irre?, sogt de oane zu mir. De andre packt de oane am Arm und draußn warn`s. Schod, hob ih ma denkt, ungeduscht und verschwitzt mechat ih jetzt ned hoam, aber mei, de ham sich`s hoid anders überlegt, Ih sing unter der Dusche. Da steht auf oamoi der Bär vom Empfang vor mir. Hey du Saubär!, sogt der zu mir. Moi langsam. Nix langsam, do gehst auße! Plötzlich seh ih de zwoa junga Frauen hinter eahm. Hey Sie`s, ruaf ih noch. Der Bär unterbricht, auße, auße!, schreit mi oh. Plärr mi ned oh, sog ih no zu eahm, do zerrt er mi scho am Arm, do dei Handtuach und auße, lass di do nimmer blicka, du kranker Typ! Ih hob dreimoi Luft holen müassn, des war z`vui. Ih sog`s euch, ih bin ma so verfolgt vorkemma, wia ein unterdrückter Aussätziger. Oiso ih hob mi ohzong und der Bär war wieder hinter der Theke, "Sie, "Er", "Es" hob ih gsogt, ih werd sie anzeigen, des hob ih mit meim letztn Mumm eahm entgegengschnoizt. Hoid s`Mei, hod er gsogt, auße und lass di nimmer do blickn. Ih hob nomoi nochglegt, sie ham wohl no nia wos von Gender ghert? Sie müassn scho mir überlassn, ob ih mi ois Mann oder Frau fühl. Komm, komm, sogt der Bär... Sie wern von meim Anwalt hern und zletzt hob ih gsogt, überhaupt wern`s sehn, bald müassn`s eine Genderdusche ohbietn. Mei, sog ih euch, bin ih froh bei euch zu sei, man woaß ned ob ma Weiberl oder Manderl is. Es is sche, dass bei Euch im Fitnessstudio ganz freiwillig eine Genderdusche gibt.