
[Strophe 1] Die Nacht liegt auf dem Tal, der Mond scheint fahl. Der Poncho ist grau vom wehenden Sand, der Zigarillo glüht in seiner Hand. [Strophe 2] Der Ritt führt aus der Wüste in die Stadt, die sich Hermann längst schon unterworfen hat. Er reitet vorbei am Saloon, wo das Licht durch die Schwingtür bricht, während ein Klavier die Stille durchsticht. Sein Blick fällt auf sechs Schatten am Boden, langsam wandern seine Augen nach oben. Dort hängen sechs Männer, die sich sanft im Winde wiegen, als Warnung für jeden, der hofft, Hermann zu besiegen. [Strophe 3] Da hört er ein Knirschen direkt im Rücken, er wirbelt herum und hebt den Colt. Bereit, den Abzug durchzudrücken... Zwei Augen mit schwerem Blick, schauen über den Lauf zu ihm hinauf. Vor dem Fremden steht ein alter Wirt, um dessen Gesicht eine Motte schwirrt. Während er stumm die leeren Hände zeigt, bis der Fremde den Colt zur Erde neigt. [Strophe 4] Ein Schnauben im Dunkeln dringt an sein Ohr, ein zweites Pferd ragt aus dem Schatten hervor. Der Wirt sieht auf dem Pferd, eine Leiche, die den Sattel beschwert. Sein Blick wandert zum Fremden zurück, er weiß, dieser Tote bringt kein Glück. Er winkt ihm zu, führt ihn von der Straße weg, durch die dunkle Gasse in ein sicheres Versteck. Sie binden die Pferde an, und betreten die Cantina, der Wirt geht voran. [Strophe 5] Der Fremde blickt um sich im dämmrigen Schein, die Tische verstaubt, die Cantina ist leer. Leise erzählt der alte Wirt: „Seit Hermann hier herrscht, gibt's hier kein Leben mehr.“ Er geht in die Küche, lässt ihn allein. Der Fremde nimmt Platz mit dem Rücken zur Wand, er wischt den Staub vom Holz mit der Hand. Der Wirt tritt leise heran, er bietet ihm was zu essen an. Da knallt ein Schuss aus dem Saloon in die Nacht, wieder hat Hermann einen umgebracht. Der Wirt flucht leise, fleht zu Gott um einen Mann, der diese Stadt von Hermann befreien kann. [Bridge] Er reicht dem Fremden wortlos den Topf, er bittet ihn, nach dem Essen zu gehen. Denn sonst wird er morgen am Saloon dort oben, bei all den anderen im Winde wehen. Der Kopfgeldjäger isst und schüttelt den Kopf, er wird vor Hermann nicht fliehen, ohne dessen Leiche nicht weiterzieh’n. Er schiebt den leeren Teller weg, legt ein paar Dollar auf den Tisch. Er verlässt die Cantina in der Nacht, während hinter ihm der Kerzenschein glimmt und sein Schatten mit der Dunkelheit verschwimmt. [Chorus] Kein Colt hält den Mann im Poncho auf, er sorgt für Gerechtigkeit mit seinem Lauf. Kein Colt hält den Mann im Poncho auf, er sorgt für Gerechtigkeit mit seinem Lauf. [Strophe 6] Am nächsten Tag, als die Hitze flimmernd in der Stadt steht, und der Wind den trocknen Staub durch die Gassen weht. Späht der Wirt durch die Risse der Fensterläden hinaus, vor dem Saloon sieht die Stadt verlassen aus. Dort sitzt Hermann und schnitzt an einem Stück Holz, er hält das Messer ruhig in seiner Hand, die Späne fallen in den heißen Sand. Da reitet am Ende der Stadt ein Pferd die Straße hinauf. [Strophe 7] Der Reiter kommt näher, Hermann blickt ihn an, er traut seinen Augen kaum. Wie in einem bösen Traum, sitzt im Sattel ein toter Mann. Hermann erkennt ihn, er starrt ihm ins Gesicht, er steht langsam auf, lässt das Messer fallen, man hört die Hufe durch die Stille hallen, da reitet Jack bleich im Mittagslicht. [Strophe 8] Hermann tritt auf die Straße, er blickt ihm nach, seine Augen zeigen Bedauern. Doch dann hört er hinter sich leise Schritte, er blickt zu den Häusern, den rissigen Mauern. Hermann dreht sich um, in der gnadenlosen Glut, und sieht den Fremden auf der Straße – es riecht nach Blei und Blut. [Strophe 9] Wortlos schlägt der Fremde den Poncho zurück, seine Augen treffen Hermanns festen Blick. Die Zeit verrinnt, Stück für Stück, jeder vertraut auf sein Geschick. Der Wirt blickt zur Uhr, sie schlägt zwölf, da knallt ein Schuss, macht mit Hermanns Herrschaft Schluss. Das Blei bohrt sich ins Hirn, die Sonne scheint durch Hermanns Stirn. [Chorus] Kein Colt hält den Mann im Poncho auf, er sorgt für Gerechtigkeit mit seinem Lauf. Vor ihm liegt Hermann tot im Sand, doch auch er ist nur eine Figur in des Totengräbers Hand. [Strophe 10] Langsam öffnen sich Türen, die Menschen treten heraus, auch der Wirt wagt sich zögernd vor sein Haus. Fassungslos starrt die Menge, völlig gebannt, der Fremde packt die Leiche mit ruhiger Hand. Er wirft ihn zu Jack auf das Pferd, das Gesicht zum Boden gekehrt. Er nickt zum Wirt, die Arbeit ist getan, er steigt in den Sattel, zündet den Zigarillo an. Er reitet langsam fort, zurück zum Friedhof, diesem gottverdammten Ort. [Chorus] Kein Colt hält den Mann im Poncho auf, er sorgt für Gerechtigkeit mit seinem Lauf. Vor ihm liegt Hermann tot im Sand, doch auch er ist nur eine Figur in des Totengräbers Hand. Doch auch er ist nur eine Figur in des Totengräbers Hand.

