
Nacht ist es rings; es schlägt halb drei, Und vom Gepäck ermüdet, sitzen Der Onkel und die Tante May, Um Euch noch geistig anzublitzen. Die Tante liegt im Bett; der Onkel Geht in das Zimmer nebenan, Und weil es dort so furchtbar donkel, Dreht das Elektrische er an. Ihr Lieben liegt in tiefem Schlummer, Und ich, ich finde keinen Schluss; Es bleibt mein Auge weh vor Kummer, Dass ich nun von Euch scheiden muss. Es ist mir ganz unmöglich, heute So abschiedslos zur Ruh zu gehn, Denn solche herzig gute Leute Hab ich noch nie, noch nie gesehn. Habt Dank, habt Dank für all die Liebe, Die uns in Eurem Haus umfing! Ob ich auch schrieb und weiter schriebe, Es wär doch alles zu gering. Um Euch die Herzen auszuschütten, An Dank und Liebe überreich; Wir können Euch nur einfach bitten: Gedenkt an uns wie wir an Euch! Und gehn die Reime nun zu Ende, Muss auch der Onkel schlafen gehn, Doch flehend faltet er die Hände: In Radebeul ein Wiedersehn! Der muntere Onkel Die schlummernde Tante.

