
[Intro] Zwanzig vor acht. Sterneküche. Die Messer gewezt, die Pfannen schon warm. Auf dem Edelstahltisch beginnt die Diskussion, jeder mit Meinung, jeder mit Passion. [Verse 1] Der Trüffel räuspert sich: „Also bitte, etwas mehr Respekt. Ich koste pro Gramm mehr, als ihr je zusammen checkt. Ihr seid Alltag, ich bin Anlass. Ihr seid Vorspeise, ich bin der Hauptgast. Wenn ich auf dem Teller liege, werden Fotos gemacht. Wenn ihr auf dem Teller liegt, wird einfach gegessen. Gute Nacht.“ Der Hummer hebt die Scheren: „Preis ist nicht alles, meine pilzige Knolle. Ich komm aus bestem Wasser, wo man Qualität noch träumt. Meerblick, Herkunft, gute Haltung, gutes Haus. Du kommst aus der Erde, ich komm geschniegelt daraus.“ Der Knoblauch lacht: „Ihr zwei seid fantastisch. Der eine verkauft sein Status, der andere verkauft die Nacht. Wenn Arroganz Kalorien hat, wärd ihr von Kilos platt.“ [Pre-Chorus] Der Trüffel verdreht die Augen. Der Hummer schaut empört. Die Kartoffel schüttelt ihre Augenf. Das Salz sagt: „Hört, hört...“ [Chorus] Ego à la Carte Jeder will der Grösste sein Jeder will ins Rampenlicht Und auf den Teller ganz allein Ego à la Carte Jeder kocht sein eigenes Ding Doch die besten Sachen Sind die, die man zusammenbringt [Verse 2] Der Trüffel sagt: „Wenn ich erscheine, steigt der Preis.“ Der Hummer nickt: „Wenn ich erscheine, seit ihr ein Scheiss.“ Der Knoblauch grinst: „Wenn ich die Bühne betrete, reden sie morgen noch über die Fete. Drei Mal Zähne putzen, fünf Mal Wasser spülen, und trotzdem komm ich rüber.“ Die Kartoffel schaut auf: „Wenn ich erscheine, werden Menschen satt. Und ganz ehrlich, das ist mehr, als ihr je geschafft habt.“ Der Knoblauch klopft auf den Tisch. „Punkt für die Knolle.“ Der Hummer schaut aus dem Fenster. Der Trüffel wirkt betroffen. [Chorus] Ego à la Carte Jeder will der Grösste sein Jeder will ins Rampenlicht Und auf den Teller ganz allein Ego à la Carte Jeder kocht sein eigenes Ding Doch die besten Sachen Sind die, die man zusammenbringt [Bridge] Dann geht die Küchentür auf. Chef. Weisse Jacke. Schwarzer Blick. Plötzlich schweigt die ganze Runde. Selbst der Hummer schaut zum Boden. Selbst der Trüffel hält die Klappe. Da erhebt das Salz die Stimme: „das wird ne Schlappe.“ Stille. „Und Herkunft würzt keine Suppe.“ Noch mehr Stille. „Ohne mich schmeckt's trotzdem nicht.“ [Verse 3] Die Flammen tanzen. Die Pfannen singen. Die Messer ziehen ihre Kreise. Der Trüffel trifft auf Kartoffel. Der Hummer landet neben Reis. Der Knoblauch merkt, dass Lautstärke weh tun kann so schliesst sich der Kreis. Die Kartoffel sagt: „Schaut euch an. Eben wart ihr Konkurrenten. Jetzt seid ihr Teil von etwas, das grösser ist als eure Argumente.“ Der Trüffel nickt. Der Hummer schweigt. Der Knoblauch grinst. Das Salz sagt: „Na also. Geht doch Leut.“ [Final Chorus] Ego à la Carte Jeder wollte der Grösste sein Jeder wollte ins Rampenlicht Und auf den Teller ganz allein Ego à la Carte Jeder kocht sein eigenes Ding Doch die besten Sachen Sind die, die man zusammenbringt Ego à la Carte Keiner war allein der Star Doch zusammen wurde daraus Etwas, das wirklich besonders war [Outro] Service! Teller raus. Die Gäste lächeln. Und niemand draussen ahnt, dass ein Trüffel, ein Hummer, ein Knoblauch, eine Kartoffel und etwas Salz gerade das Leben bejaht.

