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Fall

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V6

**[INTRO — distant, ethereal]** Leise fällt der erste Schnee, weißes Flüstern aus der Nacht. Silber hängt in schwarzen Zweigen, wo der Mond die Schatten bewacht. Flocken drehen sich im Winde, jede anders, federleicht. Und für einen stillen Augenblick scheint die Welt vom Licht erreicht. **[VERSE I]** Kristalle ruhen auf den Tannen, kleine Sterne, kalt und klar. Eis zieht Blumen an die Fenster, schöner, als der Sommer war. Unter meinen Sohlen knistert eine Decke, weich und rein. Jeder Schritt versinkt im Weißen — als dürft' er nie gewesen sein. Kein Vogel zieht mehr durch die Kronen. Kein Hase kreuzt den stillen Grund. Nur der Schnee fällt immer weiter. Und irgendwo summt etwas ganz leise. **[PRE-CHORUS]** Hörst du es auch? Ganz fern im Wald. Eine Melodie, so schön und kalt. Sie kennt deinen Namen. Woher kennt sie deinen Namen? **[CHORUS]** **Fall, fall, Schnee, ruf mich nicht beim Namen. Fall, fall, Schnee, schlaf in meinen Armen.** Weiß wie Licht, kalt wie der Tod — **fall, fall, Schnee, deck die Schatten zu.** *Fall, fall…* *Fall, fall…* **Doch die Schatten schlafen nie.** **[MUSIC BREAK — CELESTA / BELLS]** *Ahh… ahh…* Der Wind hat aufgehört. Der Schnee nicht. **[VERSE II]** Weiter hinten zwischen Birken steht der Nebel wie ein Kleid. Mondlicht hängt darin wie Fäden, silbern, dünn und viel zu weit. An den Ästen kleine Zapfen, klar wie Glas im blassen Licht. Und dahinter — zwischen Bäumen — etwas, das sich nicht bewegt. Ich seh hin. Da ist nichts. Ich geh weiter. Da ist es wieder. Nur ein Schatten, lang und schmal, wo eben keiner war. **[PRE-CHORUS II]** Hörst du es jetzt? Nicht fern. Ganz nah. Dieselbe Melodie. Dieselben Worte. Und diesmal singt sie meine Stimme. **[CHORUS]** **Fall, fall, Schnee, ruf mich nicht beim Namen. Fall, fall, Schnee, schlaf in meinen Armen.** Weiß wie Licht, kalt wie der Tod — **fall, fall, Schnee, deck die Schatten zu.** *Fall, fall…* *Fall, fall…* **Doch die Schatten schlafen nie.** **[WITCHY BRIDGE — DARK RITUAL]** Unter dem Schnee liegt Erde. Unter der Erde liegen Wurzeln. Unter den Wurzeln liegt etwas, das den Winter kennt. Es zählt keine Jahre. Es zählt keine Tage. Es zählt nur die Schritte über seinem Schlaf. Einen. Noch einen. Noch einen— **[SILENCE]** Warum sind dort Fußspuren? Barfuß. Mitten im Schnee. Sie führen aus dem Wald. Sie führen zu mir. Aber keine einzige führt zurück. **[DARK BUILD]** Der Mond wird blasser. Die Bäume werden schwarz. Und plötzlich fällt mir auf: Seit ich den Wald betreten habe, fällt der Schnee **nach oben.** **[FINAL CHORUS — HUGE / HAUNTING]** **Fall, fall, Schnee, ruf mich nicht beim Namen. Fall, fall, Schnee, schlaf in meinen Armen.** Weiß wie Licht, kalt wie der Tod — **fall, fall, Schnee, deck die Schatten zu.** *Fall, fall…* *Fall, fall…* Der Wald beginnt zu singen. *Fall, fall…* *Fall, fall…* Der Mond verlöscht im Weiß. **Fall, fall, Schnee…** ruf mich nicht— **[CUT TO SILENCE]** …beim Namen. **[OUTRO — CHILDLIKE / DISTANT]** Am Morgen liegt der Wald ganz still. Unberührt. Weiß. Wunderschön. Nur zwischen zwei verschneiten Tannen steht eine einzelne Gestalt. Und wartet, bis wieder jemand ihren Namen hört.