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Ich nehm den langen Weg

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V6

Um vier mach ich den Laden zu, der letzte Kunde ist schon weg. Ich dreh das alte Schild herum, die Schlüssel steck ich ein. Die Straße ist um diese Zeit schon fast ein bisschen grau. Ich könnte jetzt nach Hause fahr'n, doch heute will ich's nicht. Ich hab den ganzen Tag geplant, jetzt lass ich's einfach sein. Ich nehm den langen Weg, auch wenn es länger dauert. Ich nehm den langen Weg, weil mich heut keiner braucht. Ich fahr an alten Häusern vorbei, wo ich schon ewig nicht mehr war. Ich nehm den langen Weg, und das ist heute wunderbar. Die Ampel an der alten Brück' ist wieder mal auf Rot. Im Radio läuft ein Lied von früher, ich sing die zweite Strophe mit. Am Sportplatz wird das Training aus, ein Junge schiebt sein Rad. Ich seh die ersten Lichter brennen und fahr die nächste Straße lang. Ich hab heut keinen festen Plan, und das fühlt sich ganz gut an. Ich nehm den langen Weg, auch wenn es länger dauert. Ich nehm den langen Weg, weil mich heut keiner braucht. Ich fahr an alten Häusern vorbei, wo ich schon ewig nicht mehr war. Ich nehm den langen Weg, und das ist heute wunderbar. Früher musste alles schnell geh'n, jeder Tag war voll bis spät. Heute darf ich auch mal langsam sein, weil sich die Welt schon weiterdreht. Ich nehm den langen Weg, auch wenn es länger dauert. Ich nehm den langen Weg, weil ich heut einfach Zeit hab. Ich fahr an alten Häusern vorbei, und bleib noch kurz am Fluss steh'n. Ich nehm den langen Weg, den kurzen kann ich morgen geh'n. Den kurzen kann ich morgen geh'n.