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Die fünf Gelehrten und der Elefant. (Version 1)

Diese vertonte Geschichte (ein Gleichnis) ist wahrscheinlich in Südasien entstanden. Es wurde dem Sufismus, Jainismus, Buddhismus, oder Hinduismus zugeschrieben und wurde in all diesen Glaubensrichtungen verwendet. Geschichte von mir in Verse gefasst: Es waren einmal fünf Gelehrte, Die blind gekommen auf die Welt. Ein König, der sie sehr verehrte An seinen Hof er sie bestellt. Er schickte sie dann auf die Reise In ein fernes Tropenland Sie sollten dort auf eine Weise Finden einen Elefant’. Der König sprach:“ Ich hab’ vernommen, Dieses Tier gäb’s in Natur. Mein Bild davon ist sehr verschwommen Doch wissen möcht’ ich eines nur: Wie er aussieht, welch’ Erscheinung Er wohl hat, - der Elefant. So komme ich zu einer Meinung; Auf das Tier bin ich gespannt.“ So zogen sie davon, die Blinden, Richtung Süden ohne Halt, Um den Elefant’ zu finden Und beschreiben die Gestalt. Sie wurden fündig, die Gesandten, Und machten sich alsbald ihr Bild Durch Ertasten des Giganten Bis die Neugier war gestillt. Zurück im königlichen Schlosse Trat der erste Blinde vor. Beschrieb als ’Fächer’ den Kolosse, Doch in Wahrheit war’s sein Ohr. Der zweite Blinde sprach anstatte: „Einen Arm hab’ ich berührt!“ Doch in Wirklichkeit er hatte Einen Rüssel nur gespürt. „Stimmt nicht!“ sagte nun der Dritte „Es war ein Seil mit Haaren dran!“ Er fasste hinten in der Mitte Den Schwanz des Elefanten an. Nun sprach der Blinde - Nummer Viere: „Falsch, es muss ’ne Säule sein ! Ich kenn’ mich aus mit dem Getiere.“ Tatsächlich war es nur ein Bein. Der fünfte sagte ganz entschlossen: „Es ist ’ne Masse, rund und stumpf, Mit Borsten, die da raus gesprossen!“ In Tat und Wahrheit war’s der Rumpf. Als die Weisen nun erkannten Den widersprüchlichen Bericht Über ihren Elefanten, Erröteten sie im Gesicht. Sie fürchteten des Königs Schelte Und manches vorwurfsvolle Wort Dass er den Trugschluss nun vergelte Und schicken werde sie hinfort. Doch der König lachte weise: „Jetzt ist mir so manches klar! Lohnenswert war eure Reise, Alles was ihr sagt, ist wahr. Ich konnt’ das Bild zusammenfügen Mit königlichem Wohlverstand, Euch Weisen Ehr’, ich will nicht rügen, Habt Dank für euren Elefant’!“