
Mein Grätzl - DJManiPo
[Intro – gesprochen] Yeah… Ich geh durch meinen alten Bezirk… und manchmal glaub ich, der Bezirk kennt mich nimmer. [Verse 1] Früher vorm Billa nur dieselben drei Gsichter, heut schaut mich keiner an, jeder rennt schneller und dichter. Der alte Würstelstand? Weg. Jetzt Sushi Deluxe, mit Preisen als wär jeder hier Millionär auf Glück. Im Hof reden zehn Leut gleichzeitig durcheinander, ich versteh nur „Wallah“, „Bruder“ und „Mamma mia“ miteinander. Der Sepp sitzt grantig wieder unten auf der Bank, sagt: „Früher war hier ruhiger“ und nippt an seinem Frank. Kinder schreien bis Mitternacht direkt vorm Haus, E-Scooter schießen knapp an Pensionisten raus. Der Hansi findet keinen Parkplatz mehr im Grätzl, weil jeder zweite SUV groß ist wie ein Panzerwagerl. [Pre-Chorus – Gesang] Und ich lauf durch die Straßen meiner Kindheit heut Nacht, doch vieles von früher wurde einfach weggebracht. Neue Leute, neue Regeln, neue Wörter im Wind, und ich frag mich manchmal, ob wir noch derselbe Bezirk sind. [Chorus – Gesang] Mein Bezirk klingt fremd, jeden Tag ein neues Lied, zwischen Handyshops und Lärm, der niemals wirklich zieht. Früher kannte jeder jeden im Gemeindebau, heut schaut jeder nur aufs Display ganz genau. Oh-oh, alles dreht sich viel zu schnell, alte Erinnerungen verblassen grell. Und ich steh mitten drin und denk mir leis: „Irgendwie war’s früher leichter als heut.“ [Verse 2 ] Der Trafikant von damals? Schon lang nicht mehr da, dafür drei Barber-Shops auf fünfzig Meter, wunderbar. Unten dröhnt Musik aus irgendeinem BMW, während oben wer diskutiert um halb drei früh im Stiegenhaus-Café. Die Gerti schimpft beim Fenster wieder jeden Tag, weil irgendwer den Müll daneben statt hinein getragen hat. Im Park macht einer TikTok mit Lautsprecher auf Anschlag, und daneben fragt ein Tourist nach dem „authentischen Altstadt-Flair“. Stark. Der Ali ist eh nett, der Giovanni auch okay, doch manchmal wirkt das Viertel wie ein anderer Planet. Zu schnell verändert, keiner fragt die alten Leut, und jeder nennt das Fortschritt — obwohl’s nicht jeden freut. [Bridge – halb Rap, halb Gesang] Vielleicht gehört Veränderung halt einfach dazu, doch ein bisschen weniger Chaos wär auch gut im Nu. Denn Heimat ist mehr als nur neue Fassaden, man will sich im eigenen Grätzl noch zuhause haben. [Final Chorus – Gesang + Rap Adlibs] Mein Bezirk lebt laut, doch ich hör mich kaum, zwischen Baustellen, Sprachen und dem Großstadttraum. Ein bisschen Wien, doch nicht mehr wie einst, wo man jeden Nachbarn beim Namen meint. Oh-oh, alles mischt sich ohne Pause, doch nicht jeder fühlt sich noch zuhause. Und wenn mich wer fragt, warum ich manchmal schweig — sag ich: „Weil mei altes Grätzl langsam verschwind’t zugleich.“

