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Vorwort (Seelenverwandtschaft) - 31.12.2000

Vorwort Seelenverwandtschaft Nachdem ein guter Cafehausspezl, der Roland, a boarischer Dichter, in einem seiner Dichterbüacherl seine Herkunft darlegte, kam ich beim Lesen auf viele Gemeinsamkeiten mit dem Meister. Auch ich erblickte in München, in der Maistraße das Licht der Welt, ausgerechnet am Ersten Vierten Neunzehnhundertsechsunddreißig, was mein Vater als schlechten Aprilscherz empfand. Wenn ich nämlich einen Tag früher auf die Welt gekommen wäre, hätte er als Beamter für den Monat März auch noch Kindergeld bekommen. Dafür ging ich einen Monat früher in Rente, weil mein letzter Arbeitstag der Einunddreißigste Dritte war. In München Sendling aufgewachsen, hatte ich im Jahre Neunzehnhundertvierundsechzig meine erste Wohnung in Lohhof, das in der Nähe von Oberschleißheim. Vorher war ich beruflich zwei Jahre in Simbach am Inn, baute als gelernter Architekt das Krankenhaus. Es zog mich aber wieder zurück nach München. Neunzehnhundertachtundsechzig baute ich in Grafing ein Haus, zog aber Neunzehnhunderteinundachtzig wieder aus. Nach vier Jahren in Giesing, zog es mich zurück „to the roots“ nach Sendling. Am liebsten gehe ich in Cafehäuser, ungern in Wirtshäuser. Mein Stammplatz war in der Zeit, als der Roland geboren wurde, auch das Schmalznudl Cafe am Viktualienmarkt. Den Roland habe ich hier nie getroffen, vermutlich war er damals noch zu klein. Durch häufigen Schmalznudlgenuss gründete ich eine Sodbrennerei, so musste ich Anfang der Siebziger das Cafe wechseln. Das Cafe am Hochhaus war nun und ist bis heute eines meiner Stammcafes. Seit mehr als zehn Jahren bin ich Stammgast in dem Cafe Rischarts am Marienplatz. Im Dezember, mein Stammplatz war trotz früher Stunde belegt, war neben Roland ein Platz frei. Wir kannten uns vom Sehen, beide betreten das Cafe um Sieben Uhr früh. Wenn andere Leute schlafen gehn, kann man uns beide im Cafe sitzen sehn. Walter R.