
A Liacht im Regen
I bin durch d'Stroßn ganga, Kopf vü z'schwer, Blick nur auf'n Bådn. Jeda rennt vorbei, ka Mensch bleibt steh’n zum Frogn. Da Wind hot g'pfiffn durch de Gossn, Regen auf mei Gsicht. Und i hob ma denkt: „Vielleicht gibt's des Guate nimma wirklich net.“ A alter Mann sitzt auf da Stiagn, ka Jackn, kalte Händ, Leit schaun weg, tuan beschäftigt, als hätt'n's eam nie kennt. I wollt scho weitergeh’n, wollt mei eig'nes Packerl trogn, oba irgendwos in mir hot plötzlich laut gsogt: „Bleib steh’n… hör amoi zua…“ Woaßt du, wos Menschlichkeit is? A Liacht, wenn ois dunkl is! A Haund, de di auffängt, wennst foist! Wei ka Mensch gaunz allan hält! Oh-oh-oh, durch’n Regn z’samm, Oh-oh-oh, faung ma heit o! Menschlichkeit verliert ma nie, wenn ana den ersten Schritt mocht! I hob mi neben eam hingesetzt, eam an Kaffee bracht, Und plötzlich hot da Oide glacht, so ehrlich mitten in da Nocht. Er hot gsogt: „Du glaubst vielleicht, du host nix mehr, oba heut host ma d'Welt z’ruckgebn.“ Dann greift er langsam in sei Taschn… …und zeigt ma a oids vergilbtes Foto. I schau drauf — und mir bleibt kurz da Otem steh’n. Des wor mei Opa… jung und lachend neben eam. De zwa woarn Freind fürs Leb’n, bis da Kontakt verlor’n ging. Und da fremde Mann sogt leise: „I hob eam versprochn, wenn i irgendwann sein Enkel find… dann sog i eam: Dein Opa wor a guata Mensch.“ Woaßt du, wos Menschlichkeit is? A Herz, des trotzdem offn bleibt! A Fremder wird auf amoi Familie! Und aus ana Trän wird Hoffnung wieda frei! Oh-oh-oh, durch’n Regen z’samm, Oh-oh-oh, heit fangt wos o! Menschlichkeit lebt weiter fort, wenn ana den ersten Schritt mocht!

