
[Verse 1] Hab ich als Mutter Fehler gemacht? Ja, bestimmt mehr als einen. Hab manches viel zu ernst genommen, wollte schützen, wollte bleiben. Hab festgehalten, losgelassen, manchmal beides viel zu spät. Und heute seh ich manche Dinge anders als auf halbem Weg. Vielleicht gehört genau das dazu, dass man irgendwann versteht: Man kann mit bestem Wissen starten und trotzdem falsch abbiegen auf dem Weg. [Pre-Chorus] Heute kenn ich manche Antwort, die ich damals nicht gekannt. Heute seh ich manche Kurve, die ich damals übersah. [Chorus] In meinen Schuhen bist du nie gelaufen, so wie ich auch nie in deinen geh. Jeder trägt ein paar Geschichten, die man von außen niemals sieht. Ein paar Umwege, ein paar Fehler, ein paar Spuren bleiben da. Und vielleicht müssen wir nicht urteilen, nur weil einer anders lief als wir. [Verse 2] Hab ich als Chefin Fehler gemacht? Natürlich, wie sollte es anders sein? Menschen zu früh vertraut, manchmal zu viel allein getragen. Als Frau hab ich falsch entschieden, hab geglaubt und mich geirrt. Als Tochter war ich nicht immer die, die ich gern gewesen wär. Als Freundin hab ich manches gegeben, manches aber auch versäumt. Und bei manchen alten Geschichten weiß ich heute kaum noch, warum man damals so viel träumt. [Chorus] In meinen Schuhen bist du nie gelaufen, so wie ich auch nie in deinen geh. Du kennst vielleicht ein paar Geschichten, aber nicht, wie man sie selber erlebt. Ein paar Umwege, ein paar Fehler, manches würde ich heute anders tun. Doch vielleicht liegt etwas Frieden darin, nicht mehr vor jedem Gestern davonzulaufen. [Verse 3] Früher dachte ich, man müsste irgendwann alles richtig machen können. Heute glaub ich, wir werden höchstens besser darin, uns selber zu erkennen. Ich kann sagen: Das war mein Fehler. Ohne mich dafür kleiner zu machen. Kann sagen: Da hätte ich anders handeln sollen. Und trotzdem über manches lachen. Denn zwischen all den falschen Wegen waren ziemlich viele richtig. Und zwischen all den schweren Tagen war das Leben manchmal verdammt schön und wichtig. [Bridge] Vielleicht sind wir alle ein bisschen unfertig. Ein bisschen klüger als gestern, ein bisschen ratlos für morgen. Wir tragen alte Sohlen, neue Pläne, kleine Narben, große Sorgen. Und keiner bekommt am Anfang eine Karte, auf der der richtige Weg schon eingezeichnet ist. [Final Chorus] In meinen Schuhen bist du nie gelaufen, und ich nicht einen Tag in deinen. Vielleicht reicht genau dieses Wissen, um ein bisschen milder zu sein. Mit den Fehlern, mit den Umwegen, mit dem Menschen, der man einmal war. Denn ich würde manches anders machen – aber nicht alles. Ganz bestimmt nicht alles. [Outro] Meine Schuhe sind ein bisschen abgelaufen. Manche Strecke war zu weit. Manche Richtung ziemlich fragwürdig. Manches Paar hätte ich besser stehen lassen. Doch sie haben mich hierher getragen. Und wenn ich heute zurückseh, muss ich nicht jeden Schritt noch einmal erklären. Es war mein Weg. Nicht perfekt. Aber meiner.

