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Dicke Sommerwurst

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V5.5

Dicke Sommerwurst Man schneidet gutes, mageres Schweinefleisch ohne Sehnen, auch fettes, in grobe Würfel. Hackt jedes allein so fein, dass man keine Stückchen mehr fühlt. Beides zusammen gehackt ist nicht so gut: Das Fett hängt sich zusammen und wird nicht so fein. Es müssen ungefähr sechs Teile Fleisch und ein Teil Fett sein. Zu zwölf Pfund von diesem gehackten Fleisch - der blutige Saft muss ja durchgemischt werden - nimmt man zwölf Loth Salz, zwei Loth gröblich gestoßenen Pfeffer, drei Viertel Loth Salpeter und eine halbe Obertasse voll rotem Wein oder Rum. Macht solches gut durcheinander, drückt es vorsichtig in weite, glatte Fettdärme, drückt sie vorsichtig nach, damit sie nicht platzen, jedoch so fest als möglich werden, und bindet sie zu. Je fester sie gefüllt und je dicker sie sind, desto besser erhalten sie sich. Um die in Fettdärme gefüllten Würste ein Kreuzband machen, da solche zuweilen am Bande abreißen. Darauf hängt man sie zehn bis vierzehn Tage in einen schwachen, mit Luft verbundenen Rauch, der von Wacholder ist der beste. Und bewahrt sie dann an einem luftigen Orte. Nicht zu frisch benutzen: Nach Verlauf von zwei Monaten wird die Wurst ungleich schmackhafter. --- Audio Influence of Cover: 95% Bemerkungen: Sommerwurst entspricht heute am ehesten Zervelatwurst. Da die 4. Auflage von "Praktisches Kochbuch" in Bielefeld erschienen ist, ist davon auszugehen, dass das preußische Loth gemeint ist. Ein Loth war 1849 der 32. Teil eines Pfundes und das preußische Pfund war etwa 467.7 Gramm. Damit war 1 Loth ca. 14.6 Gramm. Ab 1850/1858 fand eine Gewichtsreform in Preußen statt, dabei wurde das Zollpfund auf 500 Gramm und ein Loth dann auf 500/30=16.67 Gramm vereinheitlicht.