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Ich radle durch die Innenstadt

V4.5

[Strophe 1] Ich radle durch die Innenstadt, der Wind ist mild, die Laune matt, die Straße frei – denk ich, o weia, da steht ein SUV auf meiner Spur, hurra! Der Fahrer schaut, als sei’s sein Recht, ich winke freundlich, er grinst schlecht. Ich frag mich: Bin ich eigentlich verrückt, dass mich der Wahnsinn nicht mehr schockt? [Refrain] 🎶 Ich bin nur ein Radfahrer, kein König, kein Star, kein blechgepanzertes Wunder, nur ganz normal da. Ich tret’ in die Pedale, geb’s Gas mit Gefühl – und frag mich: Wo bleibt eigentlich meine grüne Mobilitäts-Utopie vom April? 🎶 [Strophe 2] Die Ampel springt auf frisches Rot, ich bremse hart – mein Tempo tot. Ein Busfahrer hupt wie auf Koks, ich schau nur kurz, der Typ ist groß. Der Radweg endet – wie so oft – im Nirgendwo, bei Bordsteinklotz. Ich überleg: Flieg ich jetzt, oder wach ich gleich im Krankenhausbett? [Refrain] 🎶 Ich bin nur ein Radfahrer, kein Held, kein Idiot, nur jemand, der mit zwei Reifen durch die Welt da draußen groovt. Doch zwischen Dosen und Diesel und dem Regen aus Gier, wär ein bisschen Sicherheit auch mal nett – find ich hier. 🎶 [Bridge – gesprochen, mit melancholischer Melodie] Manchmal träum ich von Amsterdam, wo Radfahr’n nicht als Störung kam. Oder Kopenhagen – du schöne Stadt – die zeigt, wie man’s besser hat. Doch hierzulande zählt der PS-Wert – der Mensch, der tritt, der ist verkehrt. [Strophe 3] Ein Kind steht wartend an der Quer, doch Autofahr’n ist heut zu schwer. Ein Zebrastreifen? Pah, zu viel! Wir brauchen Platz fürs vierte Rad am Spiel. Ich winke durch, das Kind lacht leise, für einen Moment fühl ich mich weise. Doch dann ein Spruch vom Radwegrand: „Ey, Alter! Kauf dir doch ‘nen Golf mit Verstand!“ [Refrain – etwas trotzig] 🎶 Ich bin nur ein Radfahrer, mit Helm und mit Mut, der täglich aufs Neue den Wahnsinn erduldet mit Glut. Doch statt Wut oder Tränen sing ich Lieder wie dies – weil der Wandel beginnt, wenn du dich mal aufs Radl verziehst. 🎶 [Outro – gesprochen] ...und wenn ihr mich sucht, ich bin da draußen. Zwischen Baustelle, Blechlawine und dem Traum von einer Stadt, wo Radfahrende nicht mehr lachen müssen, um nicht zu weinen.