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Grillen am See: Der Fan

[Strophe 1] ich weiß, was du getan hast, blinkts auf meinem Handy. Ich zucke kurz zusammen und lache in mich hinein. Ich denk an meinen besten Freund, wie er im See versunken ist, nachdem ich ihn erstochen hab. Dann denk ich an die Clique, wie sie uns beide sah. Wie sie uns filmten: als ich dich im See versinken ließ. Als du im See versunken bist. Und so tat ich, was zu tun war: Ich hab sie kalt gemacht und gegrillt. Ich hatte noch kein Abendbrot, ihr Fleisch roch gut im Abendrot. Gedankenverloren hol ich mir ein Bier, setz mich auf die Couch und denk an dich An meinen besten Freund. [Refrain] Ich wollt doch nur, dass er versteht, Ein Wort zu viel, ein Blick zu scharf – dann lag er da und hört mir endlich zu. Kein Geschrei mehr, kein Gezeter – endlich hatte ich meine Ruh! So still war er noch nie – merci beaucoup. Da blinkt mein Handy schon erneut, [Strophe 2] Er schickt mir einen Clip, in dem ich zu sehen bin. Ich stopfte irgendwem ne Gaskartusche in den Mund, man sah ein Feuerzeug und eine Explosion. „So kopflos war er nie zuvor“, blinkts wieder aufm handy mit ’nem Lach smiley. Er schreibt, er wär mein größter Fan. Er zeigt mir Bilder seiner Taten, von seinem eigenen, kranken Stil: Ein Spielzeugauto – hat er platt gemacht, ’ne Dieter Bohlen-Puppe an ’nen Baum gehängt. „Ich übe noch“, schreibt er mir, er will von mir jetzt Tipps und Tricks, für sein Gemetzel, für seine Kicks. Und er will mich einmal treffen… [Refrain] Er wollt doch nur, dass ich ihn versteh, dachte, ich wär so wie er. Ein Wort zu viel, ein Blick zu scharf – ich kenn ihn noch nicht lang, doch er fängt mich zu nerven an. Ich lache mit Freunden bei ’nem Bier, da blinkt mein Handy schon erneut. [Bridge] Ob auf Arbeit oder grad beim Essen – du lässt mir einfach keine Ruh. So stimm ich einem Treffen zu. [Strophe 4] Wir treffen uns am See. Er ist ein Kerl mit Brille, fettigem Haar, ein Shirt mit „Grillmeister“ drauf – wie wunderbar. Er grinst mich an und hebt den Daumen, sagt: „Meister! Ich platz’ vor Staunen! Die Art, die Technik, das war einfach Kunst!“ [Strophe 5] Er kommt jetzt täglich, bringt Geschenke: ’ne neue Axt, ein neues Messer, ein Flambier-Set für den perfekten Brand, Wie elegant! Er will ein Schüler von mir sein, doch er will partout nicht schweigen. Er redet ohne Punkt und Komma über das Grauen vom letzten Sommer! Ich will den Typen nur noch schreddern. [Refrain] Er wollt doch nur, dass ich ihn versteh, dachte, ich wär so wie er. Ein Wort zu viel, ein Blick zu scharf – ich kenn ihn noch nicht lang, doch er fängt mich zu nerven an. [Bridge] So lad ich ihn ein, ein kleiner Ausflug – nur er und ich, zurück an unseren See… [Strophe 6] Wir stehen am Ufer, er filmt mit seinem Handy, streckt mir den Selfie-Stick entgegen „Für den Weitwinkel!“, schreit er voller Glück. Er will ein Foto, wie ich hinter ihm posier’. Ich nehm’ den Stick, er grinst zu mir. Doch statt zu knipsen, ramm ich ihm das Ding tief in den Rachen. Er würgt und zappelt, in seinem Todeskampf, sein Körper ist ein einziger Krampf, bis er dann wimmernd von uns geht und ganz entspannt da vor mir liegt. Ich lege dich aufs feuer und grille dich am See, Junges Fleisch schmeckt einfach gut. [Refrain] Du wolltest doch nur, dass ich dich versteh, dachtest, ich wär so wie du. Ein Wort zu viel, ein Blick zu scharf – ich kenn dich noch nicht lang, doch du fängst mich zu nerven an. Jetzt liegst du da und hörst mir endlich zu. Kein Geschrei mehr, kein Gezeter – endlich habe ich meine Ruh! So still warst du noch nie – merci beaucoup.