[OPENING – gentle Irish travel-folk. Acoustic guitar, soft fiddle, light bodhrán.] [FELIX – NARRATOR] Die dritte Geschichte? Das war Liam! Obwohl … eigentlich war es die ERSTE Story. Sie geschah noch bevor ich einen Nachfolger für meine Praxis gefunden hatte. Lange bevor ein Vertrag unterschrieben war. Und lange bevor dieser Nachfolger zwei Tage vor meiner Abreise beschloss, doch nicht zu kommen. [small pause] Damals wusste ich noch nicht, wann ich selbst endlich loskommen würde. Liam hatte da konkretere Vorstellungen. Liam wollte reisen. Nicht nächste Woche. Nicht irgendwann. Richtig reisen. Paris! Rom! Wien! LISSABON! Und danach am liebsten irgendwohin, wo keiner von uns beiden den Namen richtig aussprechen konnte. [small smile] Liam und ich verstanden uns. Wir hatten die gleiche Vision: Wir sahen eine Landkarte und dachten nicht: „Interessant.“ Wir dachten: „Wann fahren wir?“ [brief pause] Natürlich war ich ein bisschen neidisch. Nicht auf Liam. Auf seinen Koffer. Auf dieses wunderbare Gefühl, ein Ticket zu haben und wirklich loszufahren. Ich wollte schließlich genau dasselbe. Aber wenn schon einer von uns beiden die Welt sehen konnte … dann sollte er verdammt noch mal fahren. [CHORUS] Die Welt ist größer als unser kleines Land, größer als der Weg, den jeder von uns kennt. Die Welt ist größer, und sie wartet irgendwo, hinter jedem Horizont beginnt sie sowieso... Also pack deinen Koffer, komm, verlier keine Zeit, jede Straße ruft nach dir, die ganze Welt steht weit. Die Welt ist größer — und genau das ist so schön: Wer immer nur zu Hause bleibt, kann niemals alles seh’n! Aber es gab ein Problem: Sein Vater lebte allein. Nichts Dramatisches. Er brauchte halt ein bisschen Unterstützung. Medikamente. Ab und zu jemanden, der nach ihm sah. Solche Dinge. Und Liam sagte deshalb: „Ich kann nicht.“ Ich sagte: „Doch.“ Er fragte: „Und mein Vater?“ Ich sagte: „Ich kümmere mich...“ [light travel colours enter] Und wissen Sie was? Ich hab mich sogar darauf gefreut. Denn irgendwie hatte ich das Gefühl: Wenn Liam losfährt, fährt ein kleines Stück von mir einfach mit. Also sah ich eben ab und zu nach seinem Vater. War ja keine große Sache. Ich wohnte in der Nähe. Ich bin ohnehin Arzt. Und Liam war ja auch nur kurz weg. [small pause] Na ja. So habe zumindest ich die Geschichte in Erinnerung. Mary erinnert das vermutlich anders. [END]



