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Der Concierge: Ich grusel mich

[Strophe 1] Spät am Abend kehren General von Ortha und Herr Trupp aus der Oper zurück. Sie treten an mein Pult und würdigen meinen Dienst mit Lob im Blick. Sie sind zufrieden mit der Loge und dem Stück, ich empfinde für ihr Lob Dankbarkeit und Glück. [Strophe 2] General von Ortha und Herr Trupp verabschieden sich knapp, gemeinsam biegen sie in den Rauchersalong ab. Ich schreibe noch Notizen in mein Buch, im Foyer herrscht Stille nach dem späten Besuch. Meine Arbeit ist für heute fast getan, über mein Pult kann ich die jungen Pagen sehen, wie sie dort in Reih und Glied vor mir stehen. Ein letztes Mal für heute schaue ich sie mir an, bevor ich sie mit einem Wink entlassen kann. [Strophe 3] Die Pagen drehen sich um und verlassen das Foyer. Da zerreißt das Klingeln meines Telefons die Stille. Ich trete an den Klappenschrank und hebe ab, ich nenne meinen Rang und Namen kurz und knapp. Die Klappe fällt nach unten und zeigt die Nummer an. Dann sehe ich, was ich nicht glauben kann, denn mein Blick fällt aufs Schlüsselbrett im Lampenschein: Der Zimmerschlüssel hängt am Haken, der Raum muss verlassen sein. Ein Wimmern dringt an mein Ohr. Ein kalter Schauer kriecht meinen Nacken empor. Vor Schreck lege ich auf! Mein Herz schlägt schneller, bis der Verstand sich wehrt. Es war wohl eine Fehlfunktion des Telefon oder ein Fehler der Damen vom Amt, das kommt eben vor. Ich höre noch das Wimmern in meinem Ohr. [Refrain] Ein Versehen, ein Fehler, ein Streich der elektrischen Natur, doch die Angst hinterlässt in mir eine Spur. Der Verstand sucht nach Gründen, doch er wird keine finden, für das, was in diesem Hotel passiert, während sich mein Verstand im Dunkel verliert. [Strophe 4] Nachdenklich geh ich zum Lift am Ende meiner Schicht, ich betrete ihn im gedämpften Licht. Das Gitter fällt ins Schloss, der Seilzug knarrt, der Lift fährt los, in meinen Gedanken versunken berühre ich nervös meinen Saum und beachte den Liftboy kaum. Da flackert über uns das Licht. Für einen Augenblick rieche ich verbrannte Haut. Mein Blick fällt auf den Liftboy, schwarz und halb verkohlt ist sein Gesicht. [Strophe 5] Der Aufzug stoppt plötzlich seinen Lauf, er hält an im vierten Stock. Der Stahl schreit auf. Kurz durchfährt mich der Schock. Die Lampen flackern ein letztes Mal. Dann brennt ihr Licht wieder ruhig und warm, der Geruch von verbrannter Haut ist verflogen. Der Liftboy blickt mich an, das Flackern des Lichts hat mich betrogen, denn sein Gesicht sieht aus wie eh und je, so rein und schön wie eben im Foyer. [Refrain] Ein Trugbild, ein Fehler, ein Streich der elektrischen Natur, doch die Angst hinterlässt in mir eine Spur. Der Verstand sucht nach Gründen, doch er wird keine finden, für das, was in diesem Hotel passiert, während sich mein Verstand im Dunkel verliert. [Strophe 6] Mit ruhiger Stimme teilt er mir mit, dass der Lift den Dienst verweigert. Der Seilzug klemmt in seinem Lauf, gemeinsam stemmen wir das Gitter auf. Die elektrischen Lampen werfen Schatten an die Wände, sie erscheinen mir wie geisterhafte Hände. Nervöser als zuvor trete ich aus dem Lift heraus. Noch nie war es mir so unheimlich in diesem Haus. [Outro] Der Liftboy bleibt zurück, ich betrachte ihn mit einem letzten Blick. Dann betrete ich den Flur, der dunkel und endlos vor mir liegt. Ich zwinge mich vorwärts, Schritt für Schritt. Ein Schauer auf meinem Rücken wandert mit. [Refrain] Ein Trugbild, ein Fehler, ein Streich der elektrischen Natur, doch die Angst hinterlässt in mir eine Spur. Der Verstand sucht nach Gründen, doch er wird keine finden, für das, was in diesem Hotel passiert, während sich mein Verstand im Dunkel verliert.