
Ritter Hektoberts Gschichten LXXV. (Neue Staffel) - 13.06.2007
Ritter Hektoberts Gschichten Fünfundsiebzigste Neue Staffel Wos mi ois interessiert oder ned, ma werd ja kaum der Werbung nimmer her. Der Ritter Hektobert sitzt vor einem Stapel Papier. „Kaufen Sie dies, kaufen Sie das!“ An jeder Burg hängt irgend a Wisch und um wos für ein Zeug geht`s. Ziegenhaare für ein Kopfkissen, samt Ziege wär`s glei no billiger. Wo soi des no hinführn? Ih sog`s ja, wenn des so weitergeht, dann glab ih ko ma heut scho den Satz niederschreibm „Wer ned wirbt der stirbt!“ Wos ih brauch des woaß ih doch, wer Kinder hod woaß des doch glei zwoamoi. Kindertöne dringen an des Ritters Ohr. „Do redt ja grod der Rechte, wos du dir ois kafst.“ Des kimmt von da Tina. „Papa, Papa.“ Tina steht im Raum… „Ah wos`d ned sogst, aber wos ih kaf des is des wos mia ollweil brauchan und da Rest, den mog ma hoid.“ Hanni, des Ritters Frau, hat`s ganz wichtig mit der Wäsche. Sie sogt „Berti, s`Waschpulver glab ih is boid aus, mia müassn wieder wos hoin, ih moan des ham`s beim Kaufland im Angebot.“ Drauf der Ritter „Dann fahrn ma hoid wieder vom Ritterland ins Kaufland.“ Leni, Tochter zwei, kimmt dazua. „Ja do mecht ih ah mit, ih kannt a neues Leiberl braucha.“ Da Hektobert stellt fest „Do ham ma de Opfer der Werbung. „Wieso Opfer“ sogt d`Hanni „Und überhaupt, wenn ih an unsern Oha-Burgenmarkt denk, foit mir de wunderschene Orchidee ein. „Sonst no wos, Hanni?“ Der Ritter fuchtelt in da Luft umananda „Mia ham scho so vui Orchideen, dass ma scho gar nimmer aus de Fenster naus schaun ko.“ „Geh“ sogt de kleinste Tochter, „Dir gfoit`s doch ah, dass d`Mama so schene Pflanzen hod.“ „Kinder jetzt mach ma moi an Schnitt, weil ja heut doch unsere Tina Geburtstag hat soit ma uns überlegn, wohi ma zum Essen gehen“ kimmt`s vom Ritter. „Des hab ih doch scho gsagt, heut geht`s ned, Papa“ sogt dieTina. „Sport heut Abend, koa Zeit, aber am Sonntag…“ Max, da Sohnemann, stimmt a Liadl oh „Siebzehn Jahr, blondes Haar…“ Leo kimmt ah grod des Weges und ergänzt zur Tina gewandt „…so stand sie vor mir.“ Da Ritter schaut auf sei Kinderschar und dann zur Hanni „Des woitn mia, do hod koana dafür werbn müassn und ned moi von Betreuung hod ma uns wos gsogt.“ „Kemmt`s, jetzt werd da Kuacha gessen, den uns s`Geburtstagskind gmacht hod,“ „Siebzehn Jahr!“ „Wos war des doch für a Tag damals?“ „Heut is ein Mittwoch.“ „Wos, ham mia scho wieder so an Mittwoch?“ „Wia sand doch de letzten Mittwoche verganga und nächste Woch hod ja d`Leni Geburtstag, sechzehn Jahr.“ D`Leni grinst „Oida Papa, unser Werbefachmann in Sachen eigene Kunst.“ Gelächter dringt aus` m Burgmietszimmer der Welt des Ritter Hektoberts.

