
De Türst – än alti Sag us äm Kanton Lozärn
ℹ️ In der Luzerner Sage vom Türst, einem höllischen Jäger, der mit seiner wilden Meute durch stürmische Nächte tobt, warnt man sich mit dem Ausspruch: „Drü Schritt rächts – gang uuswägs…“ – denn wer den Lärm des heranziehenden Spuks hört, soll drei Schritte nach rechts aus dem Weg treten, um nicht vom Türst ergriffen zu werden. Zu seinem Gefolge gehören die schaurige Hexe Sträggele sowie die Pfaffenchellnerin, ein weibliches Spukwesen in Kirchennähe. Eines Nachts rettete der Sakristan von Luzern das kleine Hündchen Gregorli, das von der tobenden Jagd zurückgelassen worden war. Doch schon in der folgenden Nacht kehrte der Türscht mit seinem ganzen Gesindel zurück und forderte den Hund zurück. Die alte Regel „Drü Schritt rächts“ half dem Sakristan diesmal nicht – Gregorli musste trotz der Rettung wieder in die dämonische Schar eingehen. So lebt der Spruch bis heute als Mahnung, dem Türscht rechtzeitig auszuweichen. ℹ️ Idee, Recherchen, Realisation und ganzer Song-Text von B.R. Meier ________________________________ DE TÜRST – E Saag us em Kanton Lozärn ( in Lozärner Mundart ) ________________________________ I – De Türscht Im Lozärner Hinterland, wo de Näbel sich öber Wälder wällt ghört meh mängisch inere donkle Nacht, en schurige Hund, wo bällt. Und uf em Pilatus, wo kei Sonne d Felse erwärmt, huust es Wäse, halb us Schatte, halb us Chnoche, wo umelärmt. Er isch e Jäger, e Chrieger, e Geischt, oder e Gott, wo i mondlose Nächt eui Seele fange wott. II – S Unfassbare us uralte Ziite De Türscht bricht us– us Uur-Ziite, us heidnischer Ziit empor, äs gfrüüt eim s Bluet, wenn er chlopft, a jedes Tor. Än Schatteritter, ohni Ziil und ohni Verschtand, wo sis Unwäse triibt, mit chalter Gier im Hinterland. Refrain Drüü Schritt rächts, gang uswägs, wiich uus, wiich uus, solang no chasch. Drüü Schritt rächts, gang uswägs, wiich uus wiich uus, – aber rasch!! ...aber rasch!!! III – De Höllehund Z vorderscht mit nur eim Aug, än Zyklop, de Höllehund jagt wild dur Dörfer, zur Miternachts-Schtund Dee einäugig Hund füehrt d Meuti durs Unterholz aa Drüü Bei laufit schnäller, als än Mänsch begriife chaa. Wer nöd uswiiche chann, wird verwandlet, grad vor Ort und muess ihm vo däm Taag a folge - för immerfort IV – S Schträggele und d Pfaffechällnerin Aber de Türscht isch nöd elei i sim gschpängschtige Trab, S Schträggele, ä Häx folgt ihm, uf äm Rugge än Rab. Äs hässlichs Wiib, mit füürige Auge, rot wie Gluet, sie hocket uf äm Ross-Skelett und schmöckt scho dis Bluet. Mit debii, d Pfaffe-Chällnerin, än unerlösti Seel in "Saue" - Gschtalt wo muess büesse, als Chindermörderin - sie isch iis-chalt! S Vieh im Schtall wird schtarr vor Schreck, d Milch wird uf de Schtell suur De schwarz Jäger dringt ii und huucht s Läbe us, vo mängem Buur. Refrain Drüü Schritt rächts, gang uswägs, wiich uus, wiich uus, solang no chasch. Drüü Schritt rächts, gang uswägs, wiich uus wiich uus, – aber rasch!! ...aber rasch!!! V – D Gschicht vom Gregorli De Gregorli, än chliine schwarze Hund, än härzige Pudel, rännt hindedri im Türscht sim höllische Rudel. De Sakrischtan vo Lozärn nimmt ihn uf bi sich – i de Kapälle git ihm z ässe und z trinke, bis er ufhört umebälle. Do chlopfets am Tor, d Meuti schtooht dusse und lärmet luut "gib üs de Gregorli uuse"!!! VI – D Forderig Gib üs de Gregorli uuse! Gib üs de Gregorli uuse! Mir tüend dir nüüt, mir tüend dir nüüt. Aber gib ihn jetzt uuse, sosch holet mir dini Lüüt!!! Schluss-Refrain Drüü Schritt rächts – gang uswägs... Drüü Schritt rächts – gang uswägs... Drüü Schritt rächts – gang uswägs... Längeri Version vom "Türst" https://suno.com/song/15eeff88-12b1-4520-8fd3-7e66cb9f1608

