[Intro – gesprochen] In Wien musst positiv denken. I zum Beispiel glaub jeden Montag: Vielleicht is eh scho Freitag. [Verse 1] In da Fruah um hoib achte läut mei Wecker voller Freud. I sog: „Einer von uns zwa hat a falsche Vorstellung von Zeit.“ In da Kuchl is ka Kaffee, nur a Zettl von da Frau: „Bitte endlich Milch besorgen!“ I schreib „Fix!“ dazu. Ganz schlau. Bei da Bim renn i zum Türl, doch da Fahrer macht grad zua. Hinten pickt: „Wir fahr’n für Wien.“ Offenbar gehör i net dazua. [Pre-Chorus] Da Chef ruft an: „Wo bleiben S’?“ I sog: „I bin eh unterwegs.“ Er fragt: „Wie lang brauchen S’ no?“ I sog: „Des kommt drauf an, von wo ma’s sehn.“ [Chorus – breit, zum Mitsingen] Nur net hudln, nur net hetzn, setz di her, der Platz is frei. Heit wird si net ollas ausgehn, aber irgendwos geht si aus dabei. A bissl raunzn, a bissl lachen, bei da Rechnung wird ma stü. Und dann sog ma: „War eh leiwand!“ Weil ma wiederkommen wü. [Verse 2] Mittags geh i schnell zum Würschtler, vor mir steht da Herr Magister Kraus. Der bestellt seit zwanzig Minuten und kennt si mit’m Senf net aus. „Is der scharfe wirklich schärfer?“ fragt er ernst und schaut mi an. Sogt da Würschtler: „Wissens wos? I schreib Ihnen einen Kostenvoranschlag zam.“ Dann ruft meine Frau: „Die Milch, gell!“ I sog: „Schatz, i hab’s im Griff.“ Kauf an Kren und sechs Semmerln. Des war leider net ihr Begriff. [Chorus – mit mehr Druck] Nur net hudln, nur net hetzn, setz di her, der Platz is frei. Heit wird si net ollas ausgehn, aber irgendwos geht si aus dabei. A bissl raunzn, a bissl lachen, bei da Rechnung wird ma stü. Und dann sog ma: „War eh leiwand!“ Weil ma wiederkommen wü. [Short Instrumental – Gitarre, Streicher, Bläser] [Verse 3] Unten sitzt die Frau Novotny jeden Nochmittag vorm Haus. Sogt: „Sie schaun heit fertig aus, Herr Nachbar!“ I sog: „Danke, Sie aa durchaus.“ Sie rutscht weiter auf dem Bankerl, klopft daneben: „Setzen S’ si.“ I hab eigentlich ka Zeit mehr. Bleib dann sitzen bis um sieben. Sie erzählt von ihrem Karli, wie er immer z’spät hamkam. Und beim Reden merk i langsam, sie sitzt ungern ganz allan. [Bridge – ruhig] Wie i aufsteh, sogt sie: „Danke.“ I sog: „Wofür? I war nur da.“ „Eben“, sagt sie, richtet’s Polster, „morgen wird’s wahrscheinlich aa.“ Beim Geschäft kauf i die Milch no, und zwa Stückerl Apfelstrudl mit. Eins bring i da Frau Novotny. Die sogt: „Na endlich. Mit Appetit!“ [Final Chorus – groß, mit Orchester] Nur net hudln, nur net hetzn, setz di her, der Platz is frei. Heit wird si net ollas ausgehn, aber irgendwos geht si aus dabei. A bissl raunzn, a bissl lachen, und dann bleib ma länger da. „I hab eh nur kurz Zeit“, sog ma – und bestellt si no an zwa. Nur net hudln, nur net hetzn, draußen fährt die letzte Bim. Heit derf’s ohne mi davonfahr’n. Morgen renn i wieder hin. [Outro – gesprochen] Daham fragt mei Frau: „Hast die Milch?“ I sog: „Selbstverständlich.“ Sogt sie: „Und warum is des Schlagobers?“ … I find, sie sucht die Fehler.


