
[Intro] Man flüstert von Schwingen im Morgengrau, von Augen, die glühen wie alter Rauch. Ein Volk aus Schuppen, halb Mensch, halb Drache, verbannt in Legenden, still wie die Nacht. [Verse 1] Sie bauten Hütten aus Mond und Stein, zogen Netze aus Sternenfäden ein. Ihre Flügel war’n weit wie der erste Wind, ihr Lachen tief, wie ein uraltes Kind. Magie lag in jedem ihrer Schritte, heilte Wunden, richtete Brücken mit Bitten. Tausend Jahre teilten sie mit uns das Brot, in stiller Achtung, in leiser Not. [Verse 2] Dann schlug die Zeit mit rauer Hand, Fluten rollten über verbranntes Land. Krankheit fraß, die Felder starben sacht, und die Menschen suchten Schuld in der Nacht. „Sie brachten das Feuer!“, rief man in der Stadt, und Angst hat schon oft die Wahrheit verrat’. So wurd’ aus Vertrauen ein Messer im Wind, und das Drachenvolk floh, verweht wie Gespinst. [Chorus] Sie sagen: „Sie kommt mit Feuer und Zorn, Kaida, die Letzte, bringt Nacht und Torn.“ Sie malen ihr Namen in Asche und Stein, rufen nach Rache, wollen nicht allein. Doch ist es ihr Zorn, den sie sehn in der Nacht? Oder nur Furcht, die in ihren Herzen wacht? [Verse 3] Doch fern in den Bergen, wo Nebel steh’n, kann man sie manchmal wandeln seh’n. Ein Schatten mit Flügeln, sanft und still, der nur bewahrt, nicht töten will. Sie trägt den Schmerz von Jahrtausendlast, nicht Wut, nur Sehnsucht nach dem, was war. In ihren Augen glimmt kein Hass, nur Trauer über das, was sie vergaß. [Verse 4] Die Menschen fürchten, was sie nicht versteh’n, erzählen Geschichten, die nie gescheh’n. Und jeder Sturm, der über sie zieht, wird Kaidas Fluch, bevor er verfliegt. Doch wer sie sieht, in klarer Nacht, sagt, sie habe still gelacht. Ein Lächeln weich, wie Wind im Tal, kein Unheil – nur ein letzter Strahl. [Chorus – Kaidas Voice / truth] Ich bin kein Feuer, das euch verbrennt, kein Zorn, der über Länder rennt. Ich bin Erinnerung, still und sacht, die letzte Stimme, die Frieden bewacht. Wer mich sucht, soll Wahrheit seh’n — nicht jede Flamme will untergeh’n. [Outro] So lehrt der Wind in alter Zeit, dass Furcht das Herz der Menschen teilt. Und wer zu schnell sein Urteil spricht, verblasst im Dunkel, kennt das Licht nicht. Kaida lebt – vielleicht nur im Traum, zwischen Sternen, zwischen Raum. Doch wer sie spürt, im stillen Gebet, der weiß: Es war nie Zorn, es war nur Leid, das vergeht.

